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Bundesliga verrückt: Hoffenheim oben, Bayern unten

Düsseldorf (dpa) - 05.10.2008, 12:17 Uhr

Hoffenheims Torwart Haas (m) jubelt nach Abpfiff mit Andreas Beck (r) und Andreas Ibertsberger (l).
Hoffenheims Torwart Haas (m) jubelt nach Abpfiff mit Andreas Beck (r) und Andreas Ibertsberger (l).

Die Bundesliga spielt verrückt! Nicht Rekordmeister FC Bayern oder die Zauber-Fußballer von Werder sitzen nach sieben Spieltagen auf dem Liga-Thron. Aufsteiger 1899 Hoffenheim sonnt sich im Glanz des Spitzenreiters, auch wenn Trainer Rangnick davon nichts wissen will.

«Über die Tabellenführung freuen sich vor allem die Fans und unsere Marketingabteilung», sagte der Hoffenheimer Coach nach dem 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Alarmstimmung herrscht dagegen in München. Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren gab es in der Allianz-Arena bereits «Klinsmann raus»-Rufe. Doch die erste Trainer- Entlassung dürfte nicht den ehemaligen Nationalcoach, sondern Gladbachs Jos Luhukay treffen.

«Wir haben totale Geduld, wir haben totales Vertrauen zu Jürgen. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen», sagte Bayerns Vorstandsboss Rummenigge nach dem 3:3 gegen Bochum, bei dem die Bayern eine 3:1- Führung leichtfertig aus der Hand gaben. In Gladbach konnte sich dagegen nach dem 1:2 gegen den 1. FC Köln keiner der Verantwortlichen zu einem klaren Bekenntnis zum Coach durchringen. «Bitte haben sie Verständnis dafür, dass ich so kurz nach dem Abpfiff und unter dem Eindruck des Spiels dazu nichts sagen möchte», sagte Borussias Sportdirektor Christian Ziege. Allerdings kündigte der Europameister von 1996, der selbst als möglicher Nachfolger gehandelt wird, eine «baldige» Entscheidung an. Am Sonntag berieten die Verantwortlichen erneut über die Zukunft des Niederländers.

In München genießt Klinsmann trotz des erneuten Rückschlages noch Rückendeckung, aber es brodelt beim Titelverteidiger gewaltig. Aus einem stimmungsvollen Besuch des Oktober-Festes wurden am Sonntag die Krisen-Wiesn, auch weil die hochgelobten Bayern eklatante Schwächen offenbaren. Vorne trifft der Torjäger Luca Toni nicht mehr und hinten präsentieren sich die Münchner offen wie ein Scheunentor. «Der FC Bayern gehört ganz woanders in der Bundesliga-Tabelle hin», meinte Klinsmann nach dem Spiel. Lösungen blieb der Bayern-Coach aber erneut schuldig.

Mit einem Paket voller Sorgen geht auch Werder Bremen in die Länderspiel-Pause. Eine Woche nach der 5:4-Gala gegen Hoffenheim gingen die Hanseaten beim VfB Stuttgart mit 1:4 unter. Mit 16 Gegentoren weist der Vizemeister nun die schlechteste Abwehr der Liga auf. «Es ist bedenklich, wie wir die Gegentreffer kriegen», klagte Manager Klaus Allofs und stellte ernüchtert fest: «Wir waren schon mal weiter.» Beim VfB herrschte dagegen Hochstimmung. Trainer Armin Veh sprach von der «besten Saisonleistung», Manager Horst Heldt fand den Auftritt der Schwaben einfach nur «beeindruckend».


Noch einen Tick besser präsentiert sich 1899 Hoffenheim. Beim 2:1 gegen Frankfurt hatte der Neuling zwar viel Mühe, dennoch erklomm das Team von Rangnick wieder den Platz an der Sonne. «Wir wissen das einzuordnen. Wichtig ist die Entwicklung der Mannschaft, und da sind wir auf einem guten Weg», versuchte Rangnick, die Euphorie zu bremsen. Beim Gegner aus Frankfurt, einziges noch siegloses Team der Liga, waren die Verantwortlichen bemüht, die Ruhe zu bewahren. «Wir halten am Trainer fest», stellte Vorstandschef Heribert Bruchhagen klar.

Einen Dämpfer musste Bayer Leverkusen gegen Hertha BSC hinnehmen. Trotz drückender Überlegenheit verpasste das Team von Bruno Labbadia den Sprung auf Rang eins. Ausgerechnet der Ex-Leverkusener Andrej Woronin traf die Bayer-Elf in der Schlussminute mit seinem ersten Treffer für die Berliner mitten ins Herz. Im Aufwind befindet sich der Karlsruher SC, der mit dem 2:1 bei Arminia Bielefeld den zweiten Sieg in Serie feierte. «Wir sind gut drauf, die Bayern können kommen», sagte Mittelfeldspieler Massimilian Porcello.

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