Luhukays Abschied von Gladbach liegt in der Luft
Mönchengladbach (dpa) - 05.10.2008, 16:50 Uhr
Mönchengladbachs Trainer Jos Luhukay hat Grund sich Sorgen zu machen.
Die Aussagen von Christoph Daum klangen bereits nach Abschied. «Ich bin überzeugt davon, dass Jos Luhukay seinen Weg gehen und wieder Erfolg haben wird», sagte der Trainer des 1. FC Köln über seinen Gladbacher Kollegen. Der nahm die warmen Worte dankbar auf, doch seine Zeit im Borussia-Park werden die Komplimente Daums wohl auch nicht mehr verlängern. Alle Anzeichen deuten nach der 1:2 (1:1)-Niederlage der Borussia im rheinischen Derby gegen Köln darauf hin, das Luhukay bald seine Papiere beim fünfmaligen deutschen Meister erhalten wird. Allerdings konnten sich Sportdirektor Christian Ziege und Präsident Rolf Königs auch am Sonntag nach stundenlangen Beratungen noch nicht zu einer Trennung durchringen, obwohl der sichtlich mitgenommene Ziege eine «baldige» Entscheidung angekündigt hatte. Dem Europameister von 1996 fällt es verständlicherweise schwer, den Niederländer zu entlassen, schließlich galten beide vor Wochen noch als das Erfolgsduo vom Niederrhein. Die innere Zerrissenheit Zieges scheinen die nicht enden wollenden Gespräche am Sonntag zu dokumentieren, andererseits dürfte es für ein Bekenntnis zu Luhukay nun zu spät zu sein. Noch ist aber unklar, wer an diesem Montag das Training der Borussia leiten wird.
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Nach vier Niederlagen in Serie, dem blamablen Pokal-Aus in Cottbus und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz hätte nur ein Sieg im Derby die Wende bringen können. «Die Situation ist sehr schwer für uns. Wir müssen das alles in Ruhe analysieren und werden das auch tun», betonte Ziege nach der sechsten Niederlage im siebten Saisonspiel. Luhukay gab sich nach dem verpassten Befreiungsschlag weiter kämpferisch («Das Wort Aufgeben kenne ich nicht»), doch weiß der 45-Jährige nur zu gut, «dass nicht ich es bin, der darüber entscheidet, ob ich hier Trainer bleibe.» Das müssen Ziege und Königs übernehmen. Bei den Spielern scheint der Aufstiegs-Coach derweil noch Rückendeckung zu genießen. «Ich und die Mannschaft stehen ganz klar zum Trainer», sagte Nationalspieler Marko Marin. Torwart Christofer Heimeroth fügte hinzu: «Wir arbeiten genauso gut zusammen, wie in der vergangenen Saison. Nur haben wir leider keinen Erfolg.» |