Hoffenheims Höhenflug hält an
Mannheim (dpa) - 05.10.2008, 12:44 Uhr
Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp (r) schaut das Spiel gegen Frankfurt mit Franziska von Almsick.
Als die Himmelsstürmer von 1899 Hoffenheim für eine Nacht den Platz an der Sonne in der Fußball-Bundesliga erobert hatten, hielt es Dietmar Hopp nicht mehr auf seinem Sitz. Nach dem schwer erkämpften 2:1 (0:0)-Sieg gegen den Tabellenvorletzten Eintracht Frankfurt stürmte der Mäzen des kecken Aufsteigers in die Kabine, um den zu diesem Zeitpunkt ahnungslosen Spielern die frohe Botschaft zu überbringen. «Er hat uns zum Sieg gratuliert und uns gesagt, dass wir Tabellenführer sind», berichtete Abwehrspieler Matthias Jaissle. Hopp selbst wertete den Höhenflug an die Tabellenspitze als kleine Sensation. «Die Entwicklung kommt sehr überraschend. Dass sich die jungen Spieler so schnell entwickeln, hätten wir nicht gedacht», erklärte Hopp am Sonntag in der Sendung «Doppelpass» im Deutschen Sportfernsehen (DSF). Trainer Ralf Rangnick bezeichnete das Tabellenbild nur als Momentaufnahme und warnte ungeachtet des starken Saisonstarts vor zu großer Euphorie. «Über die Tabellenführung freuen sich vor allem die Fans und unsere Marketingabteilung. Wir wissen das einzuordnen. Wichtig ist die Entwicklung der Mannschaft, und da sind wir auf einem guten Weg», sagte Rangnick. Und dann verblüffte der Fußball-Lehrer mit seiner Sicht der Dinge: «Wenn überhaupt, schaue ich auf Platz 16. Wichtig ist, dass wir dorthin einen großen Puffer haben. Dieser Sieg ist daher fast schon sechs Punkte wert.» In der Tat konnte der Aufsteiger vor 26 300 Zuschauern im ausverkauften Carl-Benz-Stadion in Mannheim nicht das gewohnte Offensiv-Feuerwerk abbrennen und hatte am Ende mehrmals das Glück auf seiner Seite. «Wir hatten mehr Probleme als in den Heimspielen zuvor. Es war ein wackeliger und glücklicher Sieg. Aber das ist mir lieber als die Lobeshymnen nach dem Bremen-Spiel», konstatierte Rangnick.
Hoffenheim Fanartikel
Hoffenheim Tickets bei Viagogo bestellen
Vor allem in der Schlussphase hing der Sieg der Gastgeber am seidenen Faden. Zunächst rettete Andreas Ibertsberger (83.) bei einem Schuss von Russ spektakulär auf der Linie (Rangnick: «Wie er den geklärt hat, muss ich mir noch mal im Fernsehen anschauen»), dann Torhüter Daniel Haas in der letzten Minute gegen den frei stehenden Martin Fenin. «Das muss ein Tor sein», fluchte der frustrierte Eintracht-Stürmer. So gab der Doppelschlag von Demba Ba (47./71. Minute) den Ausschlag zugunsten der Gastgeber. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Markus Steinhöfer (66.) hatte für die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste, die als einziges Bundesligateam noch sieglos sind, am Ende nur statistischen Wert. «Wir hatten in den vergangenen Jahren schon einige Krisen und haben immer die Ruhe bewahrt. Wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen», forderte Mittelfeldspieler Benjamin Köhler. |