Notizen vom 6. Bundesliga-Spieltag
Hamburg (dpa) - 28.09.2008, 12:39 Uhr
HSV-Neuzugang Marcell Jansen zwischen Himmel und Hölle.
Der Hamburger SV führt nach dem 6. Spieltag wieder die Tabelle der Fußball-Bundesliga an. Nur Neuzugang Marcell Jansen hat mit dem 1:0-Sieg gegen Mönchengladbach seine persönlichen Probleme. ALT-STAR: Etwas verwundert dürfte Torwart Christian Fiedler vor dem Spiel gegen Cottbus (0:1) ins vereinseigene Magazin «Wir Herthaner» gesehen haben. Dort erschien eine Story über den 33-jährigen Keeper, der nach einem Kreuzbandriss gerade für sein Comeback arbeitet, unter der Rubrik «Alt-Stars». An dieser Stelle wird normalerweise über ehemalige Hertha-Profis berichtet. Fiedler, in Berlin eigentlich die Nummer 2, hat noch einen Vertrag bis Sommer 2009, will aber «auf jeden Fall wieder angreifen». Eher als bei Kreuzband-Rissen üblich nach sechs Monaten möchte Fiedler auf dem Platz zurück sein. FAMILIENBANDE: Der 1:0-Sieg gegen seine alte Liebe Borussia Mönchengladbach stürzte Neu-Hamburger Marcell Jansen in gewisse Nöte. Denn nach 13 Jahren bei den «Fohlen» konnte sich der gebürtige Mönchengladbacher nicht einmal der Unterstützung seiner engsten Verwandten sicher sein. «Meine Familie war heute mit elf Leuten aus Mönchengladbach im Stadion. Ich weiß gar nicht, ob sie zu mir oder zu Borussia gehalten haben», sagte Jansen, der nach dem Sprung an die Tabellenspitze auch an seinen Heimat-Club dachte: «Ich drücke den Gladbachern auf jeden Fall für die weitere Saison ganz fest die Daumen.»
AUSGESCHLAFEN: Von der Klinik auf den Rasen - Frank Fahrenhorst war am frühen Morgen des Bayern-Spiels Vater geworden und hatte so doppelten Grund zur Freude. Trotz des ersten 96-Heimsieges gegen die Münchner seit 20 Jahren war für den Verteidiger aber klar, was wichtiger war: «Das Kind natürlich!» ANSPRUCHSLOS: Den Abend vor seinem 20. Geburtstag hatte sich Ralf Fährmann anders vorgestellt. Ein vorgezogenes Geschenk, vielleicht drei Punkte in Köln - doch die Mitspieler des Schalke-Keepers machten trotz einer grandiosen Leistung des Manuel-Neuer-Ersatzes nicht mit. Dem da noch 19-jährigen Fährmann war es anschließend fast peinlich, medialer Mittelpunkt zu sein: «Ich stehe doch auch im Tor, um mal einen Ball zu halten», wehrte er zu viel Lob ab. Jetzt will er sich klaglos wieder seiner üblichen Rolle widmen: «Manu ist die klare Nummer eins. Ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe und mich präsentieren konnte.» Ansprüche aus seinen fünf sehr überzeugenden Pflichtspiel-Auftritten will er bei Trainer Fred Rutten nicht ableiten. EINSICHT: Ausgerechnet im Spiel gegen die Mannschaft seines ehemaligen Trainers Ralf Rangnick musste Per Mertesacker die zweite Rote Karte in der Bundesliga hinnehmen. «Ich nehme die Entscheidung hin. Ich bin zu ungestüm in den Zweikampf gegangen», sagte der Bremer Nationalspieler, der das Feld beim 5:4-Sieg gegen 1899 Hoffenheim nach einer Notbremse in der 62. Minute verlassen musste. Mertesacker hatte unter Rangnick mit Hannover 96 am 1. November 2003 beim 2:1- Sieg beim 1. FC Köln sein Bundesliga-Debüt gefeiert. Mittlerweile hat der 24 Jahre alte Abwehrspieler 134 Bundesligaspiele auf seinem Konto.
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