Die Torfabrik von Bayer 04: Duo Helmes/Kießling
Leverkusen (dpa) - 23.09.2008, 12:45 Uhr
Leverkusens Stürmer Patrick Helmes (r) nimmt Glückwünsche für ein Tor entgegen.
Die Werkself von Bayer 04 Leverkusen ist die Torfabrik der Nation. 15 Treffer in fünf Bundesligaspielen sind bisher der Lohn für attraktiven Offensiv-Fußball. Allein zehn Tore produzierten die drei Sturm-Vorarbeiter von der «BayArena»- Großbaustelle - Patrick Helmes (6), Stefan Kießling (3) und Theofanis Gekas. «Wenn wir den Zug so weiterfahren, werden wir noch viel Spaß in dieser Saison haben», prophezeit der 24-jährige Ex-Kölner Helmes. «Das ist eine tolle junge Mannschaft, mit der etwas Großes entstehen kann.» Prima versteht er sich mit dem gleichaltrigen Kießling. «Neben ihm ist es einfacher. Er geht überall da rein, wo es wehtut. Das kommt mir zugute», sagt Helmes. «Mit Stefan passt es sehr gut. Ich denke, wir werden das eine oder andere Tor noch schießen.» Dabei musste Helmes, der mit 17 Treffern in der Saison 2007/08 wesentlich zur Rückkehr des 1. FC Köln in die Bundesliga beigetragen hatte, in Leverkusen in eine andere Rolle schlüpfen. «Unter Christoph Daum habe ich in Köln gelernt, Außen zu spielen. Ich bin es aber ebenso gewohnt, zweiter Stürmer zu sein», erklärt Helmes. Auch seinem Sturm- Partner tut es gut, statt im offensiven Mittelfeld nun in der Spitze zu agieren. «Es macht Spaß mit ihm, wir verstehen uns klasse», sagt Kießling.
«Ein tolles Sturm-Duo», lobt Bayer-Sportdirektor Rudi Völler, der einst selbst in Leverkusen auf Torjagd gegangen ist. «Und dann ist auch noch Gekas in der Hinterhand.» Der 28 Jahre alte Grieche ist momentan aber nur Einwechselspieler. Seit er als Torschützenkönig (20 Treffer) vom VfL Bochum 2007 zu Bayer gekommen ist, konnte er nur selten groß auftrumpfen. Allerdings schoss er 2007/2008 in 29 Spielen immerhin elf Tore - zwei mehr als Kießling. Zuletzt schaffte Gekas in der WM-Qualifikation für Griechenland in Lettland mit zwei Toren im Alleingang den Sieg. «Es ist abzusehen, dass früher oder später Probleme entstehen», sagt Bayer-Chefcoach Bruno Labbadia, der wachsende Unzufriedenheit bei Gekas erwartet. Doch Helmes und Kießling seien nicht auf ewig gesetzt. Für Ex-Nationalstürmer Völler gehört diese Rivalität zum Profi-Geschäft: «Wenn wir diesen Konkurrenzkampf bei Bayer 04 nicht hätten, kämen wir nicht voran.» |
Deshalb geht es auch im Training ordentlich zur Sache. «Wenn ich mal Larifari mache, bekommen ich vom Trainer richtig Lack», berichtet Helmes. Chefcoach Labbadia fordert und fördert den siebenmaligen Nationalspieler: «Wenn ich bei einem Spieler so viel Potenzial erkenne, dann muss ich ihn fordern.» Er bewundert vor allem Helmes' «außergewöhnliche Gabe: den Torabschluss mit rechts und links». Völler erkannte nach den drei Treffern von Helmes gegen Hannover 96 (4:0) noch eine weitere Qualität: «Wichtig war zu sehen, dass Patrick nicht nur ein guter Torschütze ist, sondern auch, was für eine Schnelligkeit er hat. Helmes wird seinen Weg machen.»
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