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Schlaudraffs Befreiung nach schwarzem Bayern-Jahr

Hannover (dpa) - 15.09.2008, 12:51 Uhr

Hannovers Jan Schlaudraff (l) machte gegen Gladbach ein überragendes Spiel.
Hannovers Jan Schlaudraff (l) machte gegen Gladbach ein überragendes Spiel.

Im Münchner Starensemble ging er unter, bei Hannover 96 ist Jan Schlaudraff wieder oben auf. Mit zwei Zaubertoren beim 5:1 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach meldete sich der frühere Nationalspieler eindrucksvoll in der Fußball-Bundesliga zurück.

«Natürlich ist es schön, wenn man Tore schießt. Aber das Entscheidende ist, dass wir als Mannschaft stark waren», kommentierte Schlaudraff die Partie, die für ihn und das 96-Team nach drei sieg- und torlosen Begegnungen eine Befreiung war.

Sein zweites Tor, bei dem er gleich vier Gladbacher Abwehrspieler austanzte, war fast eine Kopie jenes legendären Treffers, mit dem er einst für Alemannia Aachen gegen Werder Bremen traf und damit das Interesse der großen Clubs weckte. Doch bei den Bayern erlebte der der 25-jährige Offensivmann ein schwarzes Jahr. Eine Bandscheiben-Operation warf ihn zurück. Acht Einsätze ohne ein Tor stempelten Schlaudraff zum «Verlierer» im Meisterteam. 96-Trainer Dieter Hecking, der ihn aus Aachen kennt, holte ihn trotzdem nach Hannover.

Dort regte sich nach dem Fehlstart bereits erste Kritik an dem Zwei-Millionen-Einkauf. «Über das Geschwafel der letzten Wochen mache ich mir nicht so viele Gedanken», sagte Schlaudraff. Er räumte aber ein, in Hannover unter besonderer Beobachtung zu stehen: «Jeder weiß, dass mich der Trainer geholt hat». Kein Wunder, dass Hecking mit seinem Wunschprofi zufrieden war. «Schlaudraff hat zwei spektakuläre Tore erzielt und außerdem viel für die Mannschaft getan. Er ist weite Wege gegangen.»

Neben Schlaudraff und dem zweiten Doppelpack-Torschützen Szabolcz Huszti überzeugte in Mikael Forssell ein zweiter 96-Zugang. «Ihn möchte ich herausheben. Er hat fantastisch gespielt», sagte Hecking. Der finnische Stürmer glänzte als Tor-Vorbereiter, war ständiger Unruheherd und krönte seine Leistung mit einem Foulelfmeter zum Endstand. «Das hat er sich verdient. Wir haben immer an unsere Einkäufe geglaubt», sagte Clubchef Martin Kind. «Der Sieg stärkt das Selbstvertrauen. Wir sollten ihn aber nicht überbewerten», fügte er hinzu.

Der geballten Offensivkraft hatten die schwachen Gladbacher nur einen Treffer von Rob Friend entgegenzusetzen. «Wir haben die drei Angreifer nie in den Griff gekriegt. 96 hat sehr gut von Abwehr auf Angriff umgeschaltet», sagte Trainer Jos Luhukay. Trotz der fünf Tore blieb das 96-Team mit Blick auf das Spiel bei Bayer Leverkusen auf dem Teppich. «Wir dürfen nicht alles schönreden», sagte Schlaudraff.


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