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Kartellamts-Chef Heitzer verteidigt Veto

Hamburg (dpa) - 02.08.2008, 12:36 Uhr

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Bernhard Heitzer, weist die Kritik zurück.
Der Präsident des Bundeskartellamtes, Bernhard Heitzer, weist die Kritik zurück.

Kartellamts-Präsident Bernhard Heitzer hat die Ablehnung der geplanten TV-Vermarktung im deutschen Fußball verteidigt und sich gegen Kritik aus der DFL gewehrt.

Die Aufgabe des Kartellamts sei es nicht, «über die vermeintliche Zukunft des deutschen Fußballs zu befinden», sagte Heitzer dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». «Unsere Aufgabe ist es, Kartelle zu verhindern», so Heitzer weiter. Bei der Zentralvermarktung handele es sich unstrittig um ein Kartell. «Der erste, der dafür gesorgt hat, dass ARD und ZDF Vorteile haben, ist die DFL selbst», entgegnete Heitzer im Nachrichtenmagazin «Focus» der Kritik der Deutschen Fußball Liga.

«Die Liga hat den Samstag als Kernspieltag gesetzt, an dem die öffentlich-rechtlichen Sender werben dürfen. Am Sonntag gäbe es diese Refinanzierungsspielräume nicht», erklärte Heitzer. Die Bonner Behörde hatte nach zehnmonatiger Prüfung das vorgelegte Modell für die Spielzeiten bis 2015 zurückgewiesen. Es genüge ihrer Ansicht nach den kartellrechtlichen Anforderungen einer angemessenen Verbraucher- Beteiligung nicht, hieß es zur Begründung. Mit der Entscheidung droht der auf sechs Jahre vereinbarte Vertrag der DFL mit der Kirch- Tochterfirma Sirius zu platzen. Dieser soll von der Saison 2009/10 an den 36 Profivereinen jährlich im Schnitt 500 Millionen Euro garantieren.

Laut Heitzer gibt es inzwischen erste Gespräche mit den Clubs, um eine Lösung für die Vergabe der TV-Rechte von 2009 an zu finden. «Die Tür ist nicht zugeschlagen. Erste Kontakte hat es bereits gegeben», sagte er. Die Marktaufsicht verlange eine «zeitnahe Berichterstattung über die Highlights der Spiele am Samstag», betonte der Kartellwächter im «Focus». Die Behörde wolle drastische Gebührenerhöhungen im Bezahl-Fernsehen verhindern.

Heitzer will der DFL die Zentralvermarktung der Fußball-Rechte aller Profi-Vereine notfalls verbieten, sollte die DFL die sogenannte Highlight-Berichterstattung erst nach 22.00 Uhr im frei zugänglichen Fernsehen ermöglichen. Die Europäische Union (EU) hatte der DFL bezüglich der Sendezeit 2005 keine Auflagen gemacht. Heitzer sagte dazu im «Spiegel»: «Bis dato gab es keinen vergleichbaren Fall ­ und ob die EU beim heutigen Modell der DFL und den Erfahrungen in England genauso entscheiden würde, weiß niemand.»


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