DFL: Kartell gegen Zentralvermarktung
Hannover (dpa) - 18.07.2008, 21:16 Uhr
DFL-Präsident Reinhard Rauball bei einer Pressekonferenz.
Durch die Auflagen des Bundeskartellamtes für die TV-Vermarktung befürchtet die Fußball-Bundesliga einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber den europäischen Topligen. Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), bezichtigt in der «BILD-Zeitung» den drohenden Einnahmeausfall für die Liga sogar auf «100 Millionen Euro». Für die DFL ist das Festhalten des Kartellamtes an der Zentralvermarktung maßgeblich für die Verzögerungen bei der Vergabe der neuen TV-Rechte verantwortlich. «Zentraler Kritikpunkt scheint die seit Bestehen der Bundesliga bewährte Praxis der Zentralvermarktung zu sein. Nach Meinung des Bundeskartellamtes sei bereits die 2005 mit Genehmigung der EU- Kommission durchgeführte Ausschreibung rechtlich nicht möglich gewesen, was der Liga gegenüber erstmalig geäußert worden ist», sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball in einer Presseerklärung. Die DFL sei über die jüngsten Mitteilungen des Kartellamtes «sehr erstaunt».
«Fakt ist offensichtlich, dass das Kartellamt jetzt weder das neue innovative TV-Modell mit eigenem Sender noch die Beteiligungen des Vermarktungspartners beanstandet», erklärte Rauball. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Liga werde weiter im Dialog mit dem Kartellamt an einer Lösung arbeiten, betonte der Liga-Chef. Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» soll es bereits am Dienstag ein Gespräch in Bonn geben. Auch der in München ansässige Pay-TV-Sender Premiere sieht seine Position im Ringen um die TV-Rechte der Bundesliga von 2009 an trotz des Drängens der Wettbewerbshüter auf eine zeitnahe Übertragung unverändert. Der Sender sehe weiter gute Möglichkeiten, die Rechte mit einer insgesamt höheren Exklusivität zu erwerben, sagte Premiere-Vorstand Carsten Schmidt. Er plädierte in einer Presseerklärung des Senders erneut für einen «vernünftigen Mix zwischen Pay- und Free- TV». |