Neuer Wirbel um Podolski beim FC Bayern
München (dpa) - 17.07.2008, 17:56 Uhr
In München gibt es weiter Wirbel um Lukas Podolski.
Tim Borowski verspürte gleich das «Bayern-Gen», Philipp Lahm bekräftigte seine Bereitschaft für das Kapitäns-Amt - den meisten Wirbel aber gab es um Lukas Podolski. Nach nur 16 Tagen Urlaub konnte Trainer Jürgen Klinsmann beim deutschen Fußball-Meister als letzte EM-Teilnehmer die sechs deutschen Vize-Europameister um Neuzugang Borowski sowie den Türken Hamit Altintop begrüßen. Dreieinhalb Wochen vor dem Ernstfall im DFB-Pokal beim Drittligisten Rot-Weiß Erfurt hat der ehemalige Bundestrainer damit bis auf den verletzten Top-Star Franck Ribéry alle Mann an Bord. Nach zwölf Jahren beim Erzrivalen Werder Bremen sprach der 28 Jahre alte Borowski am neuen Arbeitsplatz gleich von «wir» und hatte keine Anpassungsprobleme beim Wechsel vom grünen ins roten Trikot. «Das Bayern-Gen spürt man von der ersten Minute an», erklärte der ablösefreie Mittelfeldspieler, für den der erste Arbeitstag beim Rekordmeister ebenso wie für Lahm, Podolski, Altintop, Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger und Marcell Jansen aus diversen Leistungstests bestand. Borowski strebt in München hohe Ziele an: «Es sollte der Anspruch sein, die letzte Saison zu toppen.» Der 28- Jährige will «wieder Titel holen» und trotz der großen Konkurrenz im Mittelfeld «ein großer Bestandteil» seiner neuen Mannschaft sein.
Dieses Ziel hatte auch Podolski, als er vor zwei Jahren nach München wechselte. Bei der EM, wo er unter Bundestrainer Joachim Löw Stammspieler war, machte er aus seiner Unzufriedenheit in München keinen Hehl. Pünktlich zur Rückkehr ins Bayern-Training berichteten das Fachmagazin «kicker» und die «Bild»-Zeitung von einem angeblichen «Vorkaufsrecht», das sich sein Ex-Club 1. FC Köln beim Transfer 2006 gesichert haben soll. Demnach muss der Rekordmeister den Bundesliga- Aufsteiger unterrichten, falls er Podolski an einen anderen Verein abgeben möchte. Der 1. FC Köln könnte den 23 Jahre alten Angreifer nach den Medienberichten dann für den vom interessierten Verein gebotenen Betrag selbst verpflichten. «Vorkaufsrecht kann man das sicher nicht nennen», sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß der Münchner «tz». Er sprach von einem «Optionsrecht» und erläuterte: «Nehmen wir mal an, Manchester United bietet 20 Millionen für Lukas Podolski und wir wollen ihn abgeben. Dann müssen wir ihn Köln auch für 20 Millionen anbieten. So können die dann sagen: Gut, wir nehmen ihn für 20 Millionen.» Für den FC Bayern sei das kein Nachteil, meinte Hoeneß: «Die Klausel ist doch gar nichts wert. Wenn Köln jederzeit auf den Spieler zurückgreifen könnte, wäre es eine Gefahr. Aber hier geht es ja nur um den Fall, wenn wir den Spieler abgeben.» |