«Vulkan» Sammer ohne Kommentar zu BVB-Chaos
Stuttgart (dpa) - 15.10.2004, 12:01 Uhr
Stuttgarts Trainer Matthias Sammer schreit ins Feld.
Tief im Innern bringt das ganze Chaos bei seinem Ex-Club den «Vulkan» Matthias Sammer sicherlich zum Brodeln. Aber vor dem emotionsgeladenen Wiedersehen mit Borussia Dortmund kontrolliert der Trainer des VfB Stuttgart seine Gefühle. Zudem vermeidet er einen verbalen Ausbruch und verkneift sich jegliche Kritik zur finanziellen und personellen Krise des Börsenunternehmens. «Ich verfolge zwar, was da passiert, weil ich ja nicht im luftleeren Raum lebe. Aber im Vorfeld des Spiels werde ich mich mit keiner Silbe zu diesem Thema äußern», bat der ehemalige Libero vor der Partie des achten Spieltags der Fußball-Bundesliga um Verständnis für seine verbale Mauertaktik. Nicht einmal telefoniert habe er in der Woche mit dem Widersacher, obwohl Sammer noch gute Verbindungen zu Dortmunder Spielern oder seinem damaligen Ziehvater Gerd Niebaum, dem Präsidenten und Geschäftsführer der inzwischen mit knapp 119 Millionen Euro hoch verschuldeten Kommanditgesellschaft auf Aktien, pflegt. «Ich hatte keinen Kontakt», versicherte der 37-Jährige.
Diese Funkstille bedeutet aber keineswegs, dass sich Sammer nicht mit der prekären Situation beim BVB befassen würde. «Klar habe ich meine Meinung dazu, wie wohl jeder in der Bundesliga auch. Ich mache mir vielleicht fünf Minuten länger Gedanken als ein anderer», deutete der Ex-Borusse an, wie sehr ihm die Krise der Westfalen im Kopf herumgeistert. Schließlich hat der frühere DDR-Fußballstar nach seinem Wechsel von Dynamo Dresden zum West-Club VfB Stuttgart (1990) mit dem bislang letzten Meistertitel der Schwaben (1992) als Krönung und nach dem sechs Monate langen Missverständnis mit Inter Mailand in Dortmund von 1993 an seine erfolgreichsten Jahre als Profi und Trainer erlebt. Europameister, Champions-League-Sieger, zwei Mal Deutscher Meister bis zu seiner schweren, das Aus bedeutenden Meniskusverletzung am 4. Oktober 1997 waren die größten Triumphe des «ackernden Ästheten und filigranen Schaffers» (Frankfurter Rundschau) als Spieler. |