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Bundesliga: Sportlich hinten aber profitabel

Düsseldorf (dpa) - 29.05.2008, 11:17 Uhr

Fans des FC Bayern München feiern ihre Mannschaft.
Fans des FC Bayern München feiern ihre Mannschaft.

Sportlich ist die Fußball-Bundesliga zweitklassig, doch wirtschaftlich ist sie Europameister: Die deutsche Eliteklasse ist die profitabelste Liga des Kontinents.

Das ist ein Ergebnis der «Annual Review of Football Finance»-Studie, die die renommierte Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte vorstellte. Demnach erzielten die 18 deutschen Clubs in der Saison 2006/2007 einen Gewinn von 250 Millionen Euro und eine Umsatzrendite von 18 Prozent. Die Bundesliga belegte damit in dieser Kategorie erstmals Platz eins und hängte sogar Finanzkrösus Premier League ab. Die englischen Vereine erwirtschafteten lediglich einen Gewinn von 141 Millionen Euro.

Zum 17. Mal untersuchte Deloitte die Finanzdaten im europäischen Spitzenfußball. Schon seit Jahren erweist sich dabei die Premier League in Sachen Gesamteinnahmen als unschlagbar und ist den konkurrierenden Ligen aus Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich enteilt. Mit 2,3 Milliarden Euro übersprangen die 20 Vereine von der Insel erstmals die 2-Milliarden-Grenze und lagen klar vor der Bundesliga, obwohl diese ihren Umsatz um beachtliche 15 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro steigerte.

Die spanische Primera Division verdrängte mit einem Umsatzsprung ebenfalls von 15 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro die italienische Serie A aus den Top drei. Aufgrund des Zwangsabstiegs von Juventus Turin vor zwei Jahren musste die höchste Liga aus dem Weltmeister- Land einen Einnahme-Rückgang auf 1,16 Milliarden Euro hinnehmen. Schlusslicht unter den «Big Five» in Europa ist weiter die Ligue 1 in Frankreich (0,97 Milliarden Euro).

Wirtschaftlich sieht Stefan Ludwig, Senior Manager der Sportbusiness Gruppe von Deloitte in Deutschland, gute Perspektiven für die Bundesliga. An die Zahlen der englischen Konkurrenten reicht sie aber nicht heran. Im Gegenteil: Der Vorsprung der britischen Vereine wird sich durch den seit der abgelaufenen Saison geltenden TV-Vertrag noch vergrößern. «Die Premier League ist in den nächsten Jahren nicht mehr einzuholen», sagte Ludwig. «Spannend bleibt jedoch das Rennen um Platz zwei, hierfür ist die Bundesliga mit sicherer Einnahmensteigerung im TV-Bereich und boomenden Zuschauerzahlen bestens gerüstet.»


Zusammen erwirtschafteten die fünf Topligen über sieben Milliarden Euro und lagen damit um 402 Millionen Euro über den Gesamteinnahmen der Vorsaison. Der Umsatz aller Profiligen und Fußball-Verbände in Europa beliefen sich laut Deloitte auf 13,6 Milliarden Euro und war damit um eine Milliarde Euro höher als im Vorjahr.

Der Grund für die hohe Profitabilität der Bundesliga liegt unter anderem in der Entwicklung der Lohn- und Gehaltskosten. Während das Verhältnis der Gehaltskosten zum Umsatz in den anderen vier Ligen der «Big Five» jeweils zwischen 62 und 64 Prozent lag, wies die Bundesliga mit 45 Prozent einen weitaus niedrigeren Wert aus. Trotz eines Einnahmeanstiegs von 184 Millionen Euro stiegen die Kosten für das kickende Personal und alle anderen im Liga-Betrieb der Vereine Tätigen nur um 12 Millionen Euro. In der Premier League wurden 2006/2007 allein für Lohn und Gehälter 1,4 Milliarden Euro gezahlt, was einem Anstieg um 13 Prozent entsprach.

«Entgegen des allgemeinen Trends Einnahmesteigerungen in gleichem Maße in Spielertransfer und -gehälter zu investieren, setzen die Bundesligaclubs ihre Ausgabenpolitik der letzten Jahr fort», erläuterte Ludwig. «Somit wird die Bundesliga auch attraktiver für potenzielle Investoren, die in der Vergangenheit nur wenig Interesse an der Bundesliga zeigten.»

Kluges Wirtschaften zieht aber nicht automatisch auch sportlichen Erfolg nach sich. Das muss die Bundesliga seit Jahren schmerzlich erleben. Anders die Premiere League: Sie stellte in diesem Jahr wie im vergangenen Jahr im Champions-League-Halbfinale jeweils gleich drei Teams. Seit dem Gewinn der Königsklasse durch den FC Liverpool 2005 war die Premier League jedes Jahr mindestens mit einer Mannschaft im Endspiel vertreten. Letzter deutscher Finalist war 2002 Bayer Leverkusen.

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