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Tränen, Trauer, Trotz: «Club» will direkte Rückkehr

Nürnberg (dpa) - 18.05.2008, 09:32 Uhr

Die Anzeigetafel im easyCredit-Stadion in Nürnberg soll Mut machen.
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Ganz Fußball-Franken versank in einem Meer von Tränen, doch auf den schmerzhaften K.o. reagierte der 1. FC Nürnberg mit Trotz.

«Wir müssen wieder aufstehen. Wir müssen ganz schnell demonstrieren, dass wir gewillt sind, sofort wieder aufzusteigen», verbreitete Sportdirektor Martin Bader Aufbruchstimmung, während in der Kabine seine völlig niedergeschlagenen Profis mit feuchten Augen den siebten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga betrauerten. Ein Jahr nach seinem Pokaltriumph vollbrachte der «Club» mit dem 0:2 gegen den FC Schalke 04 ein ähnliches Kunststück wie 1969, als er als amtierender Meister abstieg.

Auch die Schalker, die als Dritter in die Champions League-Qualifikation müssen, hatten Mitgefühl mit dem Seelenkater der Gastgeber. Wie ein begossener Pudel wankte der beinharte Verteidiger Javier Pinola vom Platz. Torwart Daniel Klewer verharrte minutenlang in seinem Tor und starrte fassungslos ins Leere. «Der Schmerz sitzt brutal tief in den Klamotten. Wir brauchen ein paar Tage oder Wochen, um das zu verarbeiten», beschrieb Bader den «paralysierenden Moment».

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Ohne wirkungsvolle Gegenwehr hatten sich die Nürnberger ihrem Schicksal in Person des Schalker Doppeltorschützen Marcelo Bordon (19./61.) ergeben. Trainer Thomas von Heesen war «wahnsinnig enttäuscht», durfte aber die tröstenden Worte seines Kollegen Mike Büskens zur Kenntnis nehmen: «Ich hoffe, Nürnberg ist nächstes Jahr wieder oben und lacht», sagte Schalkes Interimscoach nach seinem Abschiedsspiel.

Bei der Aufarbeitung seiner misslungenen Mission, den FCN als Nachfolger des im Februar entlassenen Hans Meyer zu retten, war von Heesen ebenso nüchtern wie während der 90 Spielminuten. «Am Ende des Tages sind wir deswegen abgestiegen, weil wir unsere Chancen nicht verwertet haben. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison», analysierte der Westfale. Lebenswichtige Punkte verpasste der «Club» Wochen vorher, als gegen die Konkurrenten Rostock (1:1), Cottbus (1:1) und Bielefeld (2:2) Siege verpasst wurden.


«Es wäre fatal, sich von einem Trainer zu trennen, der die Mannschaft genau kennt», sprach Bader dem Coach das Vertrauen aus. Von Heesen selbst sieht sich verpflichtet, den auch für die 2. Liga gültigen Vertrag zu erfüllen: «Wer A sagt, muss auch B sagen. Die Frage ist aber, wie der Verein meine Arbeit bewertet.» Schon am 20. Mai wollen Präsidium und Aufsichtsrat die Weichen für die neue Saison stellen. «Wir dürfen keine Zeit verlieren, die anderen Zweitligaclubs schlafen nicht», sagte Bader. «Plan A ist in der Mülltonne, jetzt holen wir Plan B aus der Schublade», sagte er und nahm Aufsteiger Borussia Mönchengladbach zum Vorbild: «Gladbach hat es uns vorgemacht, daran wollen wir uns orientieren.»

Der Etat von rund 47 Millionen Euro muss um die Hälfte schrumpfen und prominente Kräfte wie Wolf und Pinola, Zvjezdan Misimovic, Jan Koller und Angelos Charisteas wird man kaum zu einem Engagement im Unterhaus überreden können. Doch weil alle Spieler bis auf Kapitän Tomas Galasek («Ich denke in Ruhe über meine Zukunft nach») gültige Verträge für die 2. Liga besitzen, winken Millionen-Ablösesummen.

Bei Schalke war trotz der verpassten direkten Qualifikation für die Champions League niemand enttäuscht. «Wir haben unsere Pflicht erfüllt, aber leider hat es mit dem zweiten Platz nicht geklappt. Nun müssen wir in der Champions-League-Qualifikation um unser Leben kämpfen», sagte Christian Pander. «Denn wir haben erlebt, wie geil es ist, gegen Mannschaften wie Chelsea, Porto oder Barcelona anzutreten.» Kapitän Bordon dachte ebenfalls an die «Königsklasse», doch der Brasilianer zeigte auch Anteilnahme für den Absteiger: «Ich bin traurig, dass der Club in die 2. Liga muss.»

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