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Happy End für Bremen, bittere Pille für Bayer

Leverkusen (dpa) - 18.05.2008, 10:43 Uhr

Der Bremer Trainer Thomas Schaaf freut sich mit Diego über die Vizemeisterschaft.
Der Bremer Trainer Thomas Schaaf freut sich mit Diego über die Vizemeisterschaft.

Happy End für Vize-Meister Werder Bremen, bittere Pille für Bayer 04 Leverkusen und ungewisse Zukunft für Werkself-Trainer Michael Skibbe.

«Wir sind zum fünften Mal hintereinander in der Champions League, dass ist sensationell», freute sich Werder-Sportdirektor Klaus Allofs nach dem 1:0- Auswärtssieg im Saisonfinale der Fußball-Bundesliga. Große Niedergeschlagenheit herrschte beim Gastgeber, der noch von Platz vier auf sieben abstürzte, nicht mal das Minimalziel UI-Cup erreichte und bei dem nun Chefcoach Skibbe um seinen Job bangen muss. «Die Frage ist, wie groß sein Bonus ist. Das werden wir sehen», sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Der Vereinsboss lobte zwar die «hervorragende Arbeit» von Skibbe und betonte, dass die «Raus»-Rufe der Fans gegen den Trainer kein «Qualitätsmerkmal, sondern nur ein Ventil für die Enttäuschung» sind. Er vermied es aber, eine klare Aussage zur Weiterbeschäftigung zu machen. «Wir werden zwei Tage schlafen und schauen, was wir in Zukunft verändern», sagte Holzhäuser und fügte an: «Natürlich werden Trainer daran gemessen, ob die gesetzten Ziele erreicht werden.» Das Verfehlen eines Europacup-Platzes wiegt für einen Club, der seit 1986/87 17 Mal auf internationaler Bühne dabei war, ein 70-Millionen- Euro teures Stadion baut und ambitionierte Pläne hegt, schwer. «Die Enttäuschung sitzt tief», bekannte Holzhäuser.

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Der meist freundliche Skibbe wirkte nach dem Abpfiff angeschlagen, gab sich aber zuversichtlich. «Im Verein spüre ich großen Rückhalt und Vertrauen», meinte der 42-Jährige. «Ich gehe davon aus, dass ich auch in der kommenden Saison Trainer bei Bayer 04 bin und wir in der Bundesliga wieder für Furore sorgen.»

Die Niederlage gegen die Bremer durch das goldene Tor von Markus Rosenberg (80. Minute), das minimal 15 Millionen Euro wert ist, hat das Abrutschen ins Tabellen-Niemandsland nur besiegelt. «Das ist sehr schade, aber nicht Produkt dieses Spiels. Es war ein Jahr mit vielen guten Momenten, doch wir konnten das hohe Niveau nicht bis zum Schluss halten», so Skibbe, der zweimal in Folge mit Bayer ins UEFA- Cup-Viertelfinale gelangte.


Während die Clubführung in der Trainerfrage in Deckung blieben, bekannten sich die Bayer-Profis klar zu ihrem Fußball-Lehrer. Einen Tag nach seiner EM-Nominierung brach Torwart René Adler eine Lanze für den Coach: «Ich springe für ihn in die Bresche. Er ist für die Mission des Clubs, in einigen Jahren um den Titel zu spielen, der richtige Mann.» Dies sieht auch sein Schweizer Mitspieler Tranquillo Barnetta so: «Ich möchte, dass er bleibt.»

Obwohl die Schlussbilanz der Bremer einen Zehn-Punkte-Abstand zu Meister FC Bayern ausweist, haderten die Hanseaten ein wenig mit dem Saisonverlauf und -ausgang. «Wenn ein paar Dinge besser gepasst hätten, wäre mehr drin gewesen. Zur Halbserie waren wir ja noch punktgleich», sagte Allofs, dessen Verein nun zum siebten Mal Platz zwei belegte, und ergänzte leise: «Das ist eben keine Meisterschaft.»

Angesichts vieler Verletzungen und viel Unruhe, wie durch den Rechtsstreit des scheidenden Ivan Klasnic mit dem Teamarzt, zeigte sich sein Coach Thomas Schaaf zufrieden: «Nachdem, was alles passiert ist, ist Platz zwei etwas Außergewöhnliches.» Ohne Wehmut verlässt Tim Borowski Bremen, um beim FC Bayern anzuheuern. «Es ist ein hervorragender Abgang für mich», sagte der Nationalspieler.

Werder-Vorstandsvorsitzender Jürgen L. Borns blickt einer vielversprechenden Zukunft entgegen. «Wir müssen uns realistische Ziele setzen», sagte er. Auf Dauer würden die vier großen englischen Teams, die zwei großen Spanier und Bayern München nicht von der europäischen Spitze zu verdrängen sein. «Aber die zweite Gruppe hinter den Millionären, zu der ich Teams wie Olympique Lyon oder auch Schalke 04 zähle, die wollen wir aufmischen.»

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