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Bremen festigt Rang 2 - Nürnberg gewinnt

Hamburg (dpa) - 07.05.2008, 22:49 Uhr

Werder-Torwart Wiese (l) trifft HSV-Stürmer Olic mit einem Tritt an der Schulter.
Werder-Torwart Wiese (l) trifft HSV-Stürmer Olic mit einem Tritt an der Schulter.

Werder Bremen hält im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation weiter die besten Karten in der Hand.

Die Bremer festigten durch einen wertvollen 1:0-Sieg im Nordderby beim Hamburger SV und nunmehr 60 Punkten den wichtigen zweiten Tabellenplatz vor dem FC Schalke 04 (58), der mit 3:0 beim VfL Bochum gewonnen hatte. Der schon als deutscher Meister feststehende FC Bayern München (70) besiegte Arminia Bielefeld mit 2:0. Im Abstiegs-«Endspiel» schöpfte der 1. FC Nürnberg durch das 2:0 gegen den Mitrivalen MSV Duisburg neue Hoffnung. Hinter dem Tabellen- 15. Bielefeld (32) stehen nun Nürnberg (31), Duisburg (29) und das nach der 0:3-Niederlage in Hannover kaum noch zu rettende «Schlusslicht» FC Hansa Rostock (27) auf den Abstiegsplätzen.

Im 88. Nordderby lieferten sich beide hanseatischen Teams eine äußerst rustikale Auseinandersetzung, bei der mehrere üble Fouls für Aufregung sorgten. Hamburgs Vincent Kompany und Werder-Schlussmann Tim Wiese hatten Glück, dass sie vor der Pause nicht die Rote Karte sahen. Kurz nach dem Wechsel gelang Gäste-Stürmer Hugo Almeida (47.) mit einem fulminantem Distanzschuss die Führung, die nach der Gelb-Roten Karte für Frank Baumann (58.) und das Rot für Jurica Vranjes (89. Tätlichkeit) allerdings noch arg in Gefahr geriet. Mit Glück und Geschick nahmen die Bremer den «Dreier» jedoch mit nach Hause.

Im richtungsweisenden Kellerduell gegen den Mit-Rivalen Duisburg ging der 1. FC Nürnberg von Beginn an konzentriert zu Werke. Und wurde dafür durch die von Angelos Charisteas (9.) herausgeschossene frühe Führung belohnt. Javier Pinola schaffte mit einem gewaltigen Linksschuss noch vor der Pause das beruhigende 2:0 (32.). Anders als kürzlich gegen Bielefeld ließ sich der FCN dieses Polster diesmal nicht nehmen und hat nun wieder reelle Chancen, den drohenden siebten Abstieg aus der 1. Liga vielleicht doch noch zu vermeiden.

Drei Tage nach dem vorzeitigen Gewinn des 21. Meistertitels kamen die Bayern zum achten Heimsieg in Serie gegen die nun wieder akut in Abstiegsgefahr schwebenden Bielefelder. Nach holprigem Beginn und viel Glück bei einem Gäste-Pfostentreffer von Markus Bollmann schloss Franck Ribéry (26.) den direkten Gegenzug mit seinem zehnten Saisontor zur Bayern-Pausenführung ab. Unmittelbar nach Wiederanpfiff war Nationalspieler Lukas Podolski (47.) zur Stelle und führte mit dem 2:0 die Vorentscheidung herbei.


Seine Chancen auf einen Startplatz auf Europas Fußball-Bühne droht Bayer Leverkusen zu verspielen. Gegen Hertha BSC musste sich der Werksclub 1:2 geschlagen geben. Torjäger Marko Pantelic (26.) mit seinem 13. Saisontreffer und Sofian Chahed (68./Foulelfmeter) trafen für die Gäste. Neben den Punkten verlor Bayer auch Nationalspieler Stefan Kießling, der nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah (61.). Lukas Sinkiewicz' Ehrentreffer (89.) kam zu spät.

Eintracht Frankfurt blieb beim 2:3 gegen den VfL Wolfsburg auch im sechsten Punktspiel nacheinander sieglos. Grafite (4.), Marcel Schäfer (28.) und Edin Dzeko (79.) trafen für die «Wölfe», die weiter auf die UI-Cup-Teilnahme hoffen dürfen. Ioannis Amanatidis (22./Foulelfmeter) und Markus Weissenberger (61.) in seinem 150. Bundesliga-Spiel waren auf Seiten der Hessen erfolgreich.

Ein Jahr nach der Rückkehr in die Bundesliga verfällt Hansa Rostock in Abstiegs-Depression. Das 0:3 bei Hannover 96 machte die Lage des Tabellen-Letzten aussichtslos. Energie Cottbus muss nach dem 1:1 in Karlsruhe weiter um die Erstklassigkeit bangen. Im Kampf um die direkte Qualifikation für die Champions League brachte Schalke 04 den Konkurrenten Werder Bremen mit dem 3:0 in Bochum in Zugzwang. Der entthronte Meister Stuttgart gefährdet den Start im UEFA-Cup mit seiner Auswärtsschwäche: Das 2:3 beim Pokalfinalisten Borussia Dortmund war schon die zehnte Pleite - im Vorjahr wies der VfB zum gleichen Zeitpunkt acht Erfolge in fremden Stadien auf.

Die Rostocker Profis klammerten sich an den dünnsten Strohhalm. «Theoretisch ist er noch möglich», sinnierte Mittelfeldspieler Fin Bartels über den Klassenverbleib. «So lange es noch eine Chance gibt, muss man daran glauben», sagte Trainer Frank Pagelsdorf. Doch die neuerliche Zweitklassigkeit ist Programm: «Wir planen seit längerer Zeit zweigleisig», sagte Pagelsdorf, dessen Vertrag bis 2009 läuft. Ob er bleibt, ist noch unsicher. «Wir haben in der ganzen Saison keine Trainerdiskussion geführt und führen sie jetzt auch nicht», erklärte Manager Herbert Maronn dennoch.

Selbst zwei Treffer von Torjäger Mario Gomez verhalfen Stuttgart in Dortmund nicht zu einem Punktgewinn. Armin Veh war die Konsequenz bewusst, betrübt stellte der VfB-Trainer fest, dass es sich um eine besonders bittere Niederlage handelte: «Wir können den UEFA-Cup nicht mehr aus eigener Kraft erreichen.» Die chronische Auswärts- Anfälligkeit könnte die Schwaben um den Lohn ihrer Aufholjagd bringen, die von Rang 14 (10. Spieltag) in Europacup-Regionen führte.

BVB-Coach Thomas Doll genoss den Zustand, nach wochenlanger Kritik an seiner Arbeit Genugtuung und Freude empfinden zu dürfen: «Für einen Trainer in meiner Position war der Sieg gar nicht so schlecht.» Gut denkbar, dass Doll damit auf Gerüchte anspielte, der Niederländer Leo Beenhakker sei ein Kandidat für Dolls Posten. «Auf Schalke» ist diese Thematik längst geklärt: Erstmals nahm der künftige Chef-Übungsleiter Fred Rutten seine neue Mannschaft beim 3:0 in Bochum «live» unter die Lupe. Überragender Spieler war Ivan Rakitic, der nach fünfwöchiger Verletzungspause zwei Treffer vorbereitete und das 2:0 selbst markierte.

Bei Energie Cottbus wird die Schlussphase zum Nervenspiel: Manager Steffen Heidrich wurde in Karlsruhe auf die Tribüne verwiesen, drei Spieler sind mit Gelbsperren belegt, Trainer Bojan Prasnikar ärgerte sich über umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen. Beim 1:1 sahen Daniel Ziebig und Mario Cvitanovic sowie Stanislaw Angelow die fünfte beziehungsweise zehnte Verwarnung und müssen gegen den Hamburger SV pausieren. Prasnikar bewies trotz der brisanten Lage Humor: «Wir brauchen noch zwei Punkte zum Klassenerhalt. Die holen wir am besten am Samstag gegen Hamburg. Es ist nur die Frage, wie das geht.»

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