Kampf um die Millionen - HSV mit Jol im Hinterkopf
Hamburg (dpa) - 06.05.2008, 17:03 Uhr
Martin Jol ist als HSV-Trainer im Gespräch.
Nach 170 Tagen deutet sich ein Ende der Trainersuche beim Hamburger SV an: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge könnte der Niederländer Martin Jol in den nächsten Tagen vorgestellt werden. Der Vorstand des Fußball-Bundesligisten soll sich auf den 52 Jahre alten Coach, der bis Oktober 2007 den englischen Club Tottenham Hotspur trainiert hatte, als Huub Stevens' Nachfolger geeinigt haben. Der Club wollte dies nicht kommentieren. Nach dpa-Informationen bestätigte Jol Kontakte zum HSV, habe aber auch weitere Angebote aus Deutschland und von Twente Enschede. Jol wurde als Coach 1997 mit Roda Kerkrade niederländischer Pokalsieger. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer wollte den Kandidaten Jol nicht bestätigen, deutete aber ein baldiges Ende der in Hamburg viel kritisierten Suche nach einem neuen Fußball-Lehrer an. Der ehemalige Bayern München-Profi Jol (1978/79) könnte kurz nach dem Nordderby gegen Werder Bremen präsentiert werden, zumal er selbst von einer Entscheidung bis Freitag sprach. Jol hat Stevens bereits in Kerkrade beerbt und könnte dies zehn Jahre später an der Elbe wieder tun. «Er war mein Nachfolger bei Kerkrade, aber das nicht sehr erfolgreich», sagt Stevens über seinen Landsmann, der im Jahr nach dem Pokalsieg wieder entlassen wurde.
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Voll des Lobes für Jol ist Tottenhams Kevin-Prince Boateng, der Bruder von HSV-Abwehrspieler Jerome Boateng: «Disziplin ist ihm wichtig, aber in erster Linie war er wie ein Vater zu uns Profis. Das Menschliche steht bei ihm ganz weit vorn», sagte der 21-Jährige der «Hamburger Morgenpost». «Wenn er will, kann er ein harter Hund sein», betonte der ehemalige Berliner Boateng, der sich mit Jol auf Deutsch verständigt hat. Schlechtere Erfahrungen machte Thimothee Atouba mit dem ehemaligen Trainer des Jahres in den Niederlanden: Die oft sehenswerte, aber risikofreudige Spielweise des Kameruner Nationalspielers stieß auf wenig Gegenliebe bei Jol. «In Tottenham hieß es, ich spiele zu gefährlich», sagte Atouba, der schnell nach Hamburg wechselte. Ob es überhaupt zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Coach kommt, ist allerdings zweifelhaft. Denn Atouba könnte nach den schlechten Leistungen der vergangenen Wochen im Sommer verkauft werden. |