MSV mit Heimfluch - KSC-Befreiungsschlag
Duisburg (dpa) - 17.04.2008, 13:29 Uhr
Die Duisburger Ivica Grlic und Tom Starke (r) ärgern sich über die Niederlage.
Das gelbe Auswärtstrikot konnte den Heimfluch nicht aus der MSV-Arena vertreiben. «Ich wollte meiner Mannschaft die Angst vor dem Heimspiel nehmen. Am Trikot hat's aber nicht gelegen», sagte Duisburgs Trainer Rudi Bommer nach der zehnten Saison-Niederlage im eigenen Stadion. Zwar wusste keiner, wer vor dem 0:1-Rückschlag gegen Bundesliga-Mitaufsteiger Karlsruher SC die Idee für den missglückten Psychotrick hatte, etwas geklammert hatten sich die MSV-Profis aber wohl doch daran. «Aberglaube spielt im Fußball schon eine Rolle», meinte Adam Bodzek. Die MSV-Entdeckung hat ihren Vertrag gerade um drei Jahre verlängert und wird auch im Fall des sechsten Abstiegs aus dem Fußball-Oberhaus an der Wedau bleiben. Theoretisch ist im Kampf um den Klassenverbleib für den Tabellen-17., den nur drei Punkte von einem Nicht-Abstiegsplatz trennen, noch alles drin. Praktisch müssten die «Zebras» dafür aber wohl auch auf eigenem Rasen einmal punkten. Doch das dürfte in den verbliebenen zwei Heimpartien gegen Bayer Leverkusen und den FC Bayern München nicht einfach werden. «Offensichtlich können wir es zu Hause nicht», stöhnte Duisburgs Torwart Tom Starke, der beim Tor des Abends durch Spielmacher Tamas Hajnal neun Minuten vor Schluss machtlos war.
Immerhin war es schon das siebte Spiel in Serie auf eigenem Platz ohne Sieg. Ein Negativ-Beispiel für eine vergleichbare Serie ist Tasmania Berlin, das in der Saison 1965/66 15 Mal nacheinander ohne Erfolg blieb. «Uns fehlt im Zweikampf das Vertrauen und wir werden dadurch schnell hektisch. Vorne fehlt uns die Durchschlagskraft», analysierte Bommer und verbarg seine Enttäuschung nicht: «Wenn man auswärts gewinnt und es zu Hause nicht gelingt, nachzulegen, ist das unglaublich bitter.» Die letzten Siege bei Werder Bremen (2:1) und dem HSV (1:0) verloren dadurch enorm an Wert. Erklärungen für den derben Rückschlag suchte auch Starke: «Ich denke, wir haben uns insgesamt nicht viel vorzuwerfen. Wir wollten uns nicht mit einem 0:0 zufriedengeben und haben aufgemacht. Die Entscheidung war richtig.» Allerdings fällt es dem MSV leichter, auswärts defensiv stabil zu stehen und den Gegner kommen zu lassen, als selbst die Initiative zu ergreifen. «Uns wäre eine offensivere Karlsruher Mannschaft lieber gewesen. Der KSC hat aber mit fünf, sechs Spielern auf einer Linie gestanden, damit können wir nichts anfangen», gestand Kapitän Ivica Grlic Hilflosigkeit ein. «Wir müssen darauf hinarbeiten, dass wir am letzten Spieltag ein Endspiel haben.» Der KSC ist nach dem ersten Drei-Punkte-Gewinn nach zuvor sechs sieglosen Begegnungen mit nun 41 Punkten und Platz zehn endgültig vom Abstiegsdruck befreit. «Wenn wir ein Ziel ausgegeben haben, bleibt es auch dabei. Wir haben 41 Punkte und wollen 50», sagte Andreas Görlitz schmunzelnd nach dem Befreiungsschlag. Er fügte aber ehrlich hinzu: «Jetzt sind uns erstmal ein paar Steine vom Herzen gefallen.»
|