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Blatter stärkt DFB im Kartellamtstreit den Rücken

Frankfurt/Main (dpa) - 14.04.2008, 15:42 Uhr

Joseph Blatter hat dem DFB den Rücken gestärkt.
Joseph Blatter hat dem DFB den Rücken gestärkt.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der Auseinandersetzung mit dem Bundeskartellamt den Rücken gestärkt.

Der DFB und der Ligaverband der Deutschen Fußball Liga (DFL) seien juristisch eine Person und könnten daher gar nicht miteinander in Konkurrenz treten, erklärte Blatter in einem auf der DFB-Internetseite veröffentlichten Interview. «Da wird unverständlicherweise etwas losgetreten, das die Basis unseres Sports erschüttern könnte. Gerade in Deutschland mit bald sieben Millionen im DFB registrierten Mitgliedern», sagte Blatter.

Das Kartellamt ermittelt derzeit wegen des Verdachts von wettbewerbsbeschränkenden Absprachen zwischen dem DFB und der DFL bei der Sponsorensuche. Wie zuvor bereits Innenminister Wolfgang Schäuble wies auch Blatter in diesem Zusammenhang auf die Besonderheiten im Sport hin. Er sei nicht nur ein Element der Wirtschaft, sondern auch «Bestandteil der Erziehung und der Kultur. Der Fußball hat in Deutschland eine große soziale Bedeutung und eine politische Dimension erhalten», erklärte Blatter und appellierte: «Lasst also den Fußball in Frieden und lasst ihn in Deutschland so organisiert, wie er ist. Etwas Positiveres als den Fußball in Deutschland kann man als Beispiel kaum haben.»

Auf die Unterstützung des DFB setzt der Präsident des Weltfußballverbandes (FIFA) bei der Durchsetzung der sogenannten 6+5- Regel, die den Vereinen künftig den mehrheitlichen Einsatz von einheimischen Spielern vorschreibt. Diese soll beim FIFA-Kongress am 29./30. Mai in Sydney diskutiert und verabschiedet werden. «Im Moment gibt es noch Opposition von der Europäischen Kommission in Brüssel, weil diese Regel angeblich gegen die Freizügigkeit der Arbeitsplatzwahl verstoße. Wir wollen keinen Streit mit einer politischen Organisation anfangen. Doch es gibt keine Regel, die sagt, dass man elf Ausländer in einer Mannschaft haben muss», erklärte Blatter.

Dem Schweizer schwebt die sukzessive Einführung der Regel vor. «Die Umsetzung würde mit Rücksicht auf laufende Verträge so aussehen, dass wir für die Saison 2009/10 zunächst mit vier einheimischen Spielern beginnen, dann mit fünf und schließlich mit sechs, so dass bis zur WM 2014 das System funktioniert», erläuterte Blatter.

Eine erneute Absage erteilte der FIFA-Präsident dem Wunsch von IOC-Präsident Jacques Rogge, dass künftig auch bei den Männern die besten Spieler an Olympischen Spielen teilnehmen sollen. «Da geht es in erster Linie um den internationalen Kalender. Da spielen die Olympischen Spiele eine eigene Rolle, in die die besten Fußballprofis schon aus Termingründen nicht eingebunden werden können», sagte Blatter, der eine entgegengesetzte Entwicklung nicht ausschließt: «Die Tendenz in der FIFA ist eher, dass man sogar von der U 23 weggeht und nur noch Juniorenteams an den Olympischen Spielen teilnehmen lässt.»


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