HSV geht die Luft aus - MSV will nachlegen
Hamburg (dpa) - 13.04.2008, 09:48 Uhr
Der Hamburger Rafael van der Vaart (r) im Zweikampf mit dem Duisburger Ivica Grlic (l).
Im Endspurt um die internationalen Startplätze geht dem Hamburger SV die Luft aus. Beim 0:1 gegen das bisherige Schlusslicht MSV Duisburg vor heimischer Kulisse haben die Hanseaten nahezu alle Tugenden vermissen lassen. «Das war unsere schlechteste Saisonleistung. Wenn wir so weiterspielen, gewinnen wir keinen einzigen Punkt mehr. Dann ist nichts mehr mit internationalen Startplätzen», konstatierte HSV-Chef Bernd Hoffmann fassungslos und wandte sich an die 54 218 Stadionbesucher: «Man muss sich bei jedem Zuschauer einzeln entschuldigen.» Den für die Champions-League- Qualifikation berechtigenden dritten Platz mussten die Hamburger bereits räumen. Die Duisburger, die durch das Tor von Ivica Grlic (54.) die Rote Laterne abgeben durften, sehen dagegen wieder Licht am Ende des Tunnels. Im Abstiegskampf werden die Karten neu gemischt. In Hamburg zeigt dagegen die Formkurve deutlich nach unten. Vier Spiele in Serie sind die Hanseaten nun ohne Sieg, in den vergangenen sechs Begegnungen gelangen lediglich drei Tore. Trainer Huub Stevens machte im Duisburg-Spiel fehlende Konzentration aus. «Vielleicht waren einige mit den Gedanken beim Feiern», zürnte der Niederländer und spielte auf die Geburtstagsparty von Rafael van der Vaarts Frau Sylvie an, die die gesamte Mannschaft zu ihrem 30. eingeladen hatte.
HSV Fanartikel
HSV Tickets bei Viagogo bestellen
Kein Esprit, keine Ideen, keine ordnende Hand, dafür Missverständnisse und Abspielfehler zuhauf - es war ein erschütterndes Bild, was der einstige Bayern-Jäger bis auf die letzte Viertelstunde ablieferte. «Für diese Leistung habe ich kein Verständnis», grollte Vereinschef Hoffmann. Dass die seit fünf Monaten anhaltende Diskussion um die Nachfolge des scheidenden Trainers eine Rolle gespielt haben könnte, verwies Hoffmann ins Reich der Legenden. «Das ist kompletter Unfug. Da gibt es überhaupt keinen Zusammenhang.» Andererseits ist es auch nicht klug, diese Baustelle so lange offen zu lassen und damit in der Öffentlichkeit einen ähnlich ratlosen Eindruck wie das Team auf dem Rasen zu hinterlassen. Die Ursachen für die Fehlleistung seiner Mannschaft sieht Stevens auf anderem Gebiet: «Wir haben uns die Probleme selbst zugefügt durch die Roten Karten.» Doch ob das Mitwirken der rotgesperrten Joris Mathijsen und David Jarolim dem lustlosen Team mehr Inspiration und Dynamik eingehaucht hätten, ist zu bezweifeln. Im Gastspiel bei Hertha BSC am Dienstag fehlen nun auch noch van der Vaart und Thimothee Atouba wegen der jeweils fünften Gelben Karte. Den Duisburgern, die bereits zwei Wochen zuvor Werder Bremen mit 2:1 überrumpelt hatten, scheinen die Champions-League-Aspiranten zu liegen. «Wenn wir gegen die Kleinen die Punkte nicht holen, müssen wir eben gegen die Großen gewinnen», sagte Torwart Tom Starke. Torschütze Grlic formulierte vor der nächsten Partie am Mittwoch gegen den Karlsruher SC einen Wunsch: «Wir haben in dieser Saison noch nie zweimal nacheinander gewonnen.» Dafür müssen die «Zebras» allerdings ihren Heimkomplex ablegen. Lediglich zwei Heimsiege stehen in 14 Spielen zu Buche. «Zu Hause sind wir durch die vielen Niederlagen verunsichert», sagte Christian Tiffert und versprach Besserung.
|