DFL lehnt längere Stadionverbote ab
Frankfurt/Main (dpa) - 07.04.2008, 15:47 Uhr
Raketen in Frankfurt regen neue Sicherheitsgespräche an.
Die Vorfälle beim Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt gegen 1. FC Nürnberg haben für die Fußball-Anhänger in Deutschland vorerst keine Folgen. Es gebe keine Überlegungen, die Richtlinien für Stadionverbote wieder zu verschärfen, teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit. «Ich denke, es wäre völlig falsch, die lang und intensiv geführte Diskussion wieder zu beginnen», sagte DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb Holger Hieronymus der Deutschen Presse-Agentur dpa. DFB-Vizepräsident Rainer Koch sieht die Fans aber in der Pflicht. Er wünsche sich «ein klares Signal von den echten Fans, die gegenüber den Krawallmachern die überwältigende Mehrheit bilden und nicht zulassen dürfen, dass sich Chaoten unter ihnen verstecken», so der beim DFB für Rechtsfragen zuständige Koch. Am Samstag hatten Nürnberger Krawallmacher durch das mehrmalige Abfeuern von Knall- und Feuerwerkskörpern für eine rund 20-minütige Unterbrechung des Spiels Frankfurt gegen Nürnberg gesorgt. Nur da es nach der Pause keine weiteren Vorfälle gab, brachte Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) die Begegnung zu Ende und verhinderte damit den ersten Spielabbruch in der Bundesliga seit 1976. Damals war am 27. November 1976 in Kaiserslautern die Partie FCK gegen Fortuna Düsseldorf nach 76 Minuten wegen Flaschenwürfen abgebrochen worden.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte sich zunächst nicht weiter zu den Vorkommnissen äußern. Frühestens morgen werde es neue Aussagen über weitere konkrete Erkenntnisse oder Schritte in dieser Angelegenheit geben, teilte der DFB mit. Der Chefankläger des Kontrollausschusses, Anton Nachreiner, nahm seine Ermittlungen auf und erwartet ein schnelles Urteil. «Bis Dienstag, spätestens Mittwoch werden wir eine Entscheidung treffen», sagte Nachreiner dem Fachmagazin «Kicker». Beim 1. FC Nürnberg waren die Verantwortlichen derweil zwei Tage nach dem 3:1-Sieg weiter um Schadensbegrenzung bemüht. «Club»-Manager Martin Bader entschuldigte sich in Briefen an Gagelmann, den DFB und die Frankfurter Eintracht für die Vorfälle. Er setzt weiter darauf, dass die FCN-Anhänger die Probleme selbst in den Griff bekommen. Wenn der Selbstreinigungsprozess nicht aber nicht komme, «werden wir knallhart durchgreifen», kündigte Bader an. |