Bielefelds Frontzeck entkommt «Rekord der Verlierer»
Bielefeld (dpa) - 06.04.2008, 11:37 Uhr
Arminen-Trainer Frontzeck darf gegen den KSC das Gefühl des Sieges genießen.
Arminia Bielefelds Trainer Michael Frontzeck ist der Makel des «Rekords der Verlierer» nach dem 1:0 (0:0) gegen den Karlsruher SC erspart geblieben. «Ich habe mir schon überlegt, ob ich in den letzten 25 Jahren überhaupt mal gewonnen habe», scherzte der 44 Jahre alte Ex-Nationalspieler. Es war der erste Sieg im zehnten Spiel seiner Amtszeit auf der Alm und der erste nach 17 Partien in Serie als Chefcoach in der Fußball-Bundesliga. Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Alemannia Aachen war er in der Vorsaison achtmal erfolglos geblieben. «Ich habe das gelassen gesehen, aber es war zäh, andere immer wieder zu überzeugen, dass wir gewinnen können», sagte Frontzeck, der sich für das Team, die Fans und auch «ein klein wenig für mich» freute. Vier Spiele ohne «Dreier» mehr und er hätte die Negativ-Serie von Kollege Bernd Krauss eingestellt, der vor acht Jahren bei Borussia Dortmund nacheinander 13 Pflicht-Begegnungen nicht gewann.
Das Tor des eingewechselten Griechen Leonidas Kampantais in der letzten Sekunde versetzte Fans und Profis der «Fahrstuhl-Mannschaft» der Liga am Samstag in einen kollektiven Freudentaumel. «Im Moment können wir alle heulen vor Glück. Das waren Emotionen, die ich selten erlebt habe», meinte Arminia-Spieler Thorben Marx, dessen Team sich auf Nichtabstiegsplatz 15 absetzen konnte. «Jetzt haben wir vier Spiele nicht verloren, daran wollen wir uns festbeißen», hofft Frontzeck. «Der Bann ist gebrochen», jubilierte mit heiserer Stimme Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick. «Die Mannschaft hat eine Nervenprobe bestanden.» Dass sein Team mit mehr Glück als Verstand gewonnen hatte, empfand er eher als ausgleichende Gerechtigkeit und Ermutigung: «Zuletzt sind wir immer drei Punkten hinterhergelaufen, heute hat die Mannschaft den Spieß umgedreht.» In den Auswärtsspielen bei den Abstiegsrivalen Energie Cottbus und 1. FC Nürnberg gehe es nun nicht um «Schönheitspreise oder Komplimente», sondern um den Klassenverbleib. «Ich hoffe, dass war eine Initialzündung für die kommenden Spiele. Wer aufgibt, steigt ab», so Schwick, der seit 1991 im Amt ist und seitdem schon drei Bundesliga-Abstiege miterlebte. |