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Licht und Schatten: «Club» siegt und hat Fanproblem

Frankfurt/Main (dpa) - 06.04.2008, 15:20 Uhr

Nürnbergs Torwart Blazek (r) und Abardonado ist die Erleichterung anzusehen.
Nürnbergs Torwart Blazek (r) und Abardonado ist die Erleichterung anzusehen.

Der erste Sieg seit dem 9. Dezember 2007 sorgte endlich wieder für ein Lächeln im Gesicht von Michael A. Roth, doch angesprochen auf die Krawalle einiger «Fans» des 1. FC Nürnberg verfinsterte sich die Miene des FCN-Präsidenten sofort.

«Jetzt haben wir nicht nur die Baustelle Abstiegskampf, sondern auch noch die Aufgabe Wiedergutmachung», sagte Roth nach dem 3:1 (1:1)-Erfolg der Nürnberger in der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt, der von den Vorfällen im Fanblock der Franken überschattet wurde. «Die Vorkommnisse sind unmöglich und schaden unserem Verein», beklagte Roth. Die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat für diesen Montag bereits Ermittlungen angekündigt.

Die Partie in der mit 51 500 Zuschauern ausverkauften Commerzbank- Arena wurde in der 30. Minute unterbrochen, nachdem aus dem Fanblock des FCN wiederholt Knall- und Feuerwerkskörper in den Innenraum und auf das Spielfeld geflogen waren. Referee Peter Gagelmann aus Bremen schickte beide Teams daraufhin für 20 Minuten in die Kabinen und drohte mit Spielabbruch, sollte es einen weiteren Vorfall geben. Roth versuchte vom Platz über Mikrofon, die Unruhestifter zur Räson zu rufen. Zudem begab sich Nürnbergs Macher in die Kurve. «Es gab Probleme unter den Fans, die sind heute ausgebrochen. Das ist eine Schande», meinte er.

Bereits vor dem Spiel hatten Anhänger der Franken am Frankfurter Hauptbahnhof nach Angaben der Polizei Böller auf die Bahngleise geworfen. Dabei seien mehrere Beamte der Bundespolizei verletzt worden. Insgesamt wurden 22 Personen bis zum Abend vorübergehend festgenommen.

«Club»-Manager Martin Bader war noch nach dem Spiel geschockt. «Es stand wirklich Spitz auf Knopf. Unglaublich, wenn in unserer Situation dieses Spiel auch noch gegen uns gewertet worden wäre», sagte er. Sowohl die Franken wegen des Verhaltens ihrer Anhänger als auch die Eintracht wegen Vernachlässigung der Platzaufsicht müssen nun mit einer Bestrafung rechnen. «So etwas will man in keinem Stadion der Welt sehen. Wenn das Spiel abgebrochen worden wäre, hätte es das totale Chaos gegeben», meinte FCN-Coach Thomas von Heesen.


Die unschönen Szenen ließen den ersten Dreier der Franken nach zuvor zehn sieglosen Partien und den ersten Erfolg unter von Heesen fast in den Hintergrund treten. Dabei war das 3:1 für den Pokalsieger im Kampf um den Klassenverbleib lebensnotwendig. «Nach dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz und dem Sieg von Cottbus am Freitag wussten wir, dass wir hier etwas holen müssen», meinte Bader.

In der Tat schien der Druck die Gäste zunächst zu lähmen. Michael Fink brachte die Eintracht schon in der 3. Minute in Führung, doch noch vor der Pause gelang Angelos Charisteas der Ausgleich (18.). Kurz nach dem Wechsel erzielte Robert Vittek das 2:1 (49.), ehe der starke Zvjezdan Misimovic (83.) den erst zweiten Auswärtssieg der Saison sicherte. «Mimo ist im Moment unsere Lebensversicherung», lobte Bader den Spielmacher, der bereits sein 10. Saisontor machte. Doch auch die übrigen Nürnberger bestätigten ihren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen. «Die Mannschaft ist heute endlich einmal belohnt worden», sagte von Heesen. Und Ivan Saenko fügte hinzu: «Das ist gut für den Kopf. Jetzt schauen wir nach vorne und schaffen das.»

Bis zum Klassenverbleib ist es aber noch ein weiter Weg, dessen sind sich alle Beteiligten bewusst. «Der Rest der Saison wird brutal. Jede Woche ein Endspiel», meinte Bader angesichts von weiter zwei Punkten Rückstand zum rettenden Rang 15. Derweil nahm Frankfurts Coach Friedhelm Funkel Ende der Erfolgsserie seines Teams gelassen hin. «Wir haben gegen eine starke Nürnberger Mannschaft verloren. Der Sieg war nicht unverdient», sagte der Eintracht-Trainer und machte seinem Team auch keinen Vorwurf: «Die Spieler haben alles gegeben.»

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