Wolfsburg in Richtung Europa - Magath lobt Dejagah
Hannover (dpa) - 06.04.2008, 09:37 Uhr
Wolfsburg Dejagah (l) bekommt nicht nur von Magath Sonderlob.
Die Mannschaft der Stunde hat den legendären Slogan des Hauptsponsors VW neu aufgelegt. Der VfL Wolfsburg läuft und läuft und läuft - schnurstracks Richtung Europa. «Ich habe schon einmal den UEFA-Cup gewonnen, und da wäre es natürlich schön, auch mit dem VfL international zu spielen. Vielleicht kommen wir noch ein Stück nach oben», kommentierte Wolfsburgs Abwehrchef Ricardo Costa, 2003 UEFA-Pokalsieger mit dem FC Porto, das 3:2 (2:1) im gutklassigen Niedersachsen-Duell gegen Hannover 96. Durch den erneuten «Dreier» stockte das Team von Trainer Felix Magath sein Bundesliga-Rückrundenkonto auf sieben Siege und insgesamt 23 Zähler auf. «Man sollte nicht abheben, wenn man auf Platz sieben steht», riet Ashkan Dejagah als Mann des Tages zur Bodenhaftung. Doch auch der zweifache Torschütze fände es «schön für den Verein und die Fans», wenn der runderneuerte VfL Wolfsburg nach zwei Jahren Abstiegskampf international spielen würde. Das ist zwar nicht das erklärte Saisonziel Magaths, der seine Mannschaft noch nicht auf Augenhöhe mit Konkurrenten wie Bremen, Stuttgart oder Leverkusen sieht. Aber die momentane Lage beim besten Rückrunden-Team der Liga («Dafür können wir uns nichts kaufen») ist für ihn durchaus angenehm.
«Wir brauchen nicht anfangen zu rechnen, sondern müssen sehen, das Beste aus der Saison zu machen», forderte der 54 Jahre alte Coach. In der «Wasserschlacht» gegen Hannover 96, in der die 29 322 Zuschauer ein «hervorragendes, teilweise sogar hochklassiges Bundesliga-Spiel» (Magath) sahen, machte der VfL das Beste aus der Situation. Dejagah, zuletzt oft Bankdrücker und nur für den gesperrten Torjäger Grafite in die Startelf gerückt, krönte seine starke Leistung mit zwei Toren (20./71.). Zudem bereitete er den dritten Treffer durch Marcelinho (29.) vor. Der enttäuschte Nachbar fuhr die 80 Kilometer nach Hannover mit leeren Händen zurück, hielt durch Arnold Bruggink (27.) und Jiri Stajner (79.) aber gut dagegen. «96 war die erste Halbzeit besser, wir aber effektiver. Dejagah war überragend», lobte Magath den U 21-Nationalspieler. «Zwei Schüsse, zwei Tore. Das hätte ich mir von meiner Mannschaft auch gewünscht. Nach der Pause war Wolfsburg aggressiver, als es darum ging, das Spiel zu entscheiden», analysierte Dieter Hecking seine erste Niederlage als 96-Trainer gegen Wolfsburg. Trotz einer ordentlichen Leistung setzten die Hannoveraner ihre Negativserie der vergangenen Wochen fort. Ein Sieg und nur acht Rückrundenpunkte bilden das Gegenstück zur Wolfsburger Erfolgsgeschichte. «Das ist bitter. Wir hatten einen Punkt verdient gehabt», haderte Mittelfeldspieler Altin Lala. Auch Nationaltorhüter Robert Enke, der erneut Wechselgerüchte zum FC Bayern München dementierte, ärgerte sich: «Wir haben eines unser besten Spiele gemacht, aber leider zweimal nicht aufgepasst.» Enke musste in dieser Saison bereits 45 Mal den Ball aus dem eigenen Tor holen. Neben der Abwehr könnte auch das Angriffssystem mit nur einer Spitze demnächst auf dem Prüfstand stehen. Stajner erzielte zwar als Ersatz für den gesperrten Ex- Wolfsburger Mike Hanke ein Tor, doch insgesamt wirkte der VfL mit Dejagah und Edin Dzeko im Sturm besser aufgestellt.
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