Fußball-Clubs sehen ihre Zukunft im Netz
Düsseldorf (dpa) - 03.04.2008, 10:05 Uhr
Der Ball rauscht ins Netz.
Auf in die Zukunft: Die Fußball-Bundesliga treibt ihre Selbstvermarktung im Internet voran und träumt von Einnahmen in Millionenhöhe. Als Werder Bremen die Hinrunden-Partie im UEFA-Pokal-Achtelfinale bei den Glasgow Rangers vor einem Monat auf der Werder-Internetseite zeigte, galt dies als Startschuss in ein neues Medien-Zeitalter der Branche. Zum ersten Mal wurde ein Fußballspiel in Deutschland live ausschließlich im Internet übertragen. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab, dass bis dahin 14 der 18 Erstligisten für eine durchschnittliche Jahresgebühr von gut 32 Euro lediglich zeitversetzte Übertragungen der Spiele, Interviews, Hintergrundberichte, Highlights oder Pressekonferenzen über das Internet-TV angeboten haben. Bei Hertha BSC bezahlen die Fans sogar für die Übertragung einer Trainingseinheit der Profis. Noch weiter geht der mittlerweile in die Fünftklassigkeit abgestürzte Club Fortuna Köln. Über das Online-Projekt «www.deinfussballclub.de» will der ehemalige Bundesligist mindestens 30 000 Fans finden, die sich gegen eine Gebühr am Management beteiligen und über die Ein- und Verkäufe von Spielern mitbestimmen.
«Das wird sehr gut angenommen und ist ein Standbein für die Zukunft», sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke über die neuen Online-Aktivitäten. Das «BVB TV» ist Teil des gebührenpflichtigen Inhalts («BVB-Club») auf der Internetseite des Clubs. Dort sind derzeit etwa 3500 Nutzer registriert, gebührenfreie Videos werden jedoch regelmäßig von 90 000 Nutzern gesehen. Noch sind die Internet-Einnahmen der meisten Bundesligisten überschaubar, doch das Entwicklungspotenzial gilt als riesig. «Wir glauben, dass die Bedeutung stetig steigen wird», sagt Stefan Mennerich vom Branchenführer Bayern München. Im Gegensatz zu den meisten anderen Clubs sind die Einnahmen des Rekordmeisters mit den eigenen Bewegtbildern im Internet bereits enorm. «Wir verdienen richtig Geld damit», sagt Mennerich, der als Abteilungsleiter Medienrechte und Neue Medien bei den Bayern das «FCB-TV» koordiniert. Mit dem Produkt sind die Münchner bereits seit 2003 auf dem Markt und nach eigenen Angaben hinter dem FC Liverpool und Manchester United europaweit die Nummer drei. Wie viele Anhänger sich ein 36 Euro teures Abonnement leisten, will der Club indes nicht verraten. |