DFL startet Lizenzierungsverfahren
Frankfurt/Main (dpa) - 17.03.2008, 16:23 Uhr
Die DFL-Spitze präsentiert den Bundesliga Report 2008.
Auf den letzten Drücker kam diesmal niemand, und auch «Schwarze Schafe» sind derzeit nicht in Sicht: Mit der pünktlichen Abgabe aller Unterlagen hat am 17. März um 15.30 Uhr das Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die Saison 2008/09 begonnen. Die 36 Vereine aus den beiden Fußball- Bundesligen stehen in den kommenden Wochen auf dem wirtschaftlichen Prüfstand und hoffen auf positive Bescheide, wenn die DFL am 21. April die ersten Entscheidungen verschickt. Nach einer sich anschließenden mehrwöchigen Phase, in der die Clubs erteilte Bedingungen und Auflagen erfüllen können, werden die letzten Lizenzen endgültig am 4. Juni vergeben. Anders als in den vergangenen Jahren muss momentan kaum ein Verein um die Spielberechtigung bangen. Immerhin schrieben in der Saison 2006/07 alle 18 Bundesligisten und 12 Vereine aus der 2. Bundesliga schwarze Zahlen. «Ich schätze die Lage als positiv ein. Die meisten Clubs befinden sich in einem sehr ausgewogenen Investitionsmodus. Aber wie die Vereine für die nächste Saison konkret planen, können wir natürlich erst einschätzen, wenn wir die Unterlagen studiert haben», sagte Christian Müller, DFL-Geschäftsführer Finanzen und Lizenzierung, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Trotz der erst vor wenigen Tagen vorgestellten rosigen Bilanz wird die DFL bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der Profivereine keine Zugeständnisse machen. «Wir müssen das Lizenzierungsverfahren restriktiv anwenden, denn wir haben für die Einhaltung der Regeln zu sorgen. Nur wenn die Liquidität nachgewiesen ist, gibt es die Spielberechtigung. Und wir müssen dafür sorgen, dass angesichts des sportlichen Wettbewerbs keine Eskalation der Transferausgaben und Spielergehälter in Gang gesetzt wird», kündigte Müller eine knallharte Überprüfung an. Mit der in dieser Saison erstmals durchgeführten Nachlizenzierung, die sich von Oktober bis Januar erstreckte, hat die DFL vor allem die wirtschaftlich nicht auf Rosen gebetteten Vereine noch besser unter Kontrolle gebracht. Durch die Neuerung soll unter anderem verhindert werden, dass ein Club in der Winterpause Transfers tätigt, die er sich eigentlich nicht leisten kann. «Die Sichtweise der Clubs war es, sich dadurch selbst zu schützen. Das ist ein zusätzliches Sicherheitsnetz», sagte Müller. |