Werder Bremen geht die Puste aus
Bremen (dpa) - 17.03.2008, 11:32 Uhr
Der Wolfsburger Grafite (2.v.l.) erzielt das entscheidende Tor.
Die Beine schwer, die Köpfe müde, die Akkus leer: Werder Bremen hängt im Saison-Endspurt der Fußball-Bundesliga am Tropf. «Wir stoßen langsam an unsere Grenzen. Das Programm der letzten Wochen war sehr anstrengend. Das merkt man den Spielern an. Es fehlt an der geistigen Frische», gestand Geschäftsführer Klaus Allofs nach der 0:1 (0:0)-Niederlage im Nordderby gegen den VfL Wolfsburg. Die dritte Niederlage aus den letzten vier Bundesligaspielen hatte sogar das Abrutschen auf Rang vier zur Folge. Das minimale Saisonziel, erneut in die Champions League einzuziehen, ist ernsthaft in Gefahr geraten. Das kam nicht von ungefähr. Die erneut dezimierten Bremer - neben den gesperrten Diego und Per Mertesacker fehlte weiter Torsten Frings und kurzfristig auch Tim Borowski - taten sich gegen engagierte, gut gestaffelte Gäste von Beginn an schwer. «Wir haben uns wieder viele Chancen erspielt. Aber wir haben es verpasst, uns selbst zu belohnen», nannte Nationalspieler Clemens Fritz das Übel beim Namen. Aufwand und Nutzen stehen momentan in einem krassen Missverhältnis.
So kam es wie so oft in den vergangenen Wochen. Werder fing sich einen unnötigen Konter ein, den der Gegner gnadenlos ausnutzte. Grafites neunter Saisontreffer (50.) traf fast alle der 39 831 Zuschauer im Weser-Stadion mitten ins Herz und in die ohnehin schon ramponierten Seelen der Spieler. «Ich bin sehr traurig und enttäuscht», meinte Abwehrchef Naldo niedergeschlagen. Beim Brasilianer und ihrem diesmal tadellosen Torhüter Tim Wiese mussten sich die Hausherren bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Den Kopf in den Sand zu stecken, ist aber nicht Bremer Art - schon gar nicht die des norddeutschen Dickkopfes Thomas Schaaf: «Wir heulen nicht 'rum und beschweren uns nicht.» Der Werder-Trainer setzt auf die nach dem Ausscheiden aus dem UEFA-Pokal größeren Ruhepausen und darauf, dass einige Stützen in den nächsten Wochen ins Team zurückkehren werden. «Wir müssen jetzt wieder zu Kräften kommen. Dann greifen wir wieder neu an», versprach Kapitän Frank Baumann. |