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Bayern-Blamage macht Meisterschaft wieder spannend

Düsseldorf (dpa) - 16.03.2008, 14:18 Uhr

Christian Armel Bassila (r) gratuliert Branko Jelic nach dem 1:0.
Christian Armel Bassila (r) gratuliert Branko Jelic nach dem 1:0.

Die Ferngläser können eingepackt werden: Das Starensemble von Bayern München ist nach dem 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga wieder in Reichweite der Konkurrenz.

Die überheblichen Bayern-Profis machten das Meisterschaftsrennen durch das blamable 0:2 beim Abstiegskandidaten Energie Cottbus selbst wieder spannend. «Spätestens jetzt wissen wir, dass wir noch nicht deutscher Meister sind», schimpfte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. Zeitgleich nutzte der Hamburger SV die Gunst der Stunde und verkürzte seinen Rückstand auf den Rekordmeister auf fünf Zähler.

Bezeichnend für den erschreckend schwachen Auftritt in der Lausitz war ein leichtfertig verschossener Foulelfmeter des zuletzt hochgelobten französischen Superstars Franck Ribéry. Dagegen meldete sich der HSV dank eines Tores von Paolo Guerrero gegen Borussia Dortmund in der Liga zurück. Drei Tage nach dem UEFA-Pokal-Aus gegen Bayer Leverkusen hielten sich die Hamburger mit Kampfansagen an den Rekordmeister jedoch zurück. «Wir haben ganz andere Konkurrenten um die Champions League-Plätze», sagte Verteidiger Bastian Reinhardt.

Der BVB schien mit den Gedanken bereits beim Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen den Zweitligisten Carl Zeiss Jena zu sein. «Ab sofort gehört die ganze Konzentration diesem Spiel», sagte Dortmunds Trainer Thomas Doll, der bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte die leicht angeschlagenen Stammkräfte Alexander Frei und Sebastian Kehl schonte. Im zweiten Halbfinale will sich der FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg rehabilitieren. Um dann ein anderes Gesicht als in Cottbus zu zeigen, droht Hitzfeld mit personellen Konsequenzen. «Ich werde keine Zugeständnisse mehr machen und knallhart nach Leistung aufstellen», kündigte der zum Saisonende scheidende Coach an.

Meister VfB Stuttgart wurde nach zuletzt vier Siegen in Serie durch das 1:1 beim VfL Bochum auf dem Weg zurück in die Europapokal- Ränge vorerst gestoppt. «Wir hätten gerne unsere Serie fortgesetzt», sagte der VfB-Torjäger Mario Gomez, der leicht angeschlagen eingewechselt wurde und diesmal ohne Torerfolg blieb. Stuttgart-Coach Armin Veh sieht den VfB dennoch auf einem guten Weg: «Wir haben 13 Punkte aus fünf Spielen geholt. Das ist eine gute Konstanz.»


Stuttgarts ehemaliger Torwart Dirk Heinen feierte mit 37 Jahren ein unverhofftes Comeback bei Arminia Bielefeld. Wegen einer Ellbogenprellung des Ersatzkeepers Rowen Fernandez wurde Heinen bei Arminias 2:2 in Hannover eingewechselt und kam überraschend zu seinem 158. Einsatz in der Eliteklasse. «Er war vorgestern noch bei seiner Schafherde in Irland. Und dafür hat er es Weltklasse gemacht», lobte Arminen-Coach Michael Frontzeck. Standby-Profi Heinen wurde nach der Verletzung des Stammtorhüters Mathias Hain aus seiner Wahlheimat Irland angefordert, wo er sich schon als Schafhirte niedergelassen hatte. Trotz Heinens starker Leistung blieben die Gäste auch im siebten Spiel unter Frontzeck sieglos und rutschten erstmals auf einen Abstiegsplatz.

Die zweite Niederlage in Serie kassierte der Aufsteiger Karlsruher SC beim 0:1 gegen Eintracht Frankfurt. Für Negativ-Schlagzeilen sorgte dabei wieder KSC-Abwehrspieler Maik Franz, der von den Gästen als «Raubein» an den Pranger gestellt wurde. «Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht. Viel wird das nicht sein», sagte Franz' Gegenspieler Ioannis Amanatidis. Wie bereits Stuttgarts Stürmer Gomez vor drei Wochen warf nun auch der Grieche Franz überhartes Spiel vor und forderte Konsequenzen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB): «Wenn der Schiedsrichter das nicht sieht, müssen es andere Leute tun.»

Ohne den verletzten Torjäger Marko Pantelic kam Hertha BSC Berlin nur zu einem 0:0 beim Aufsteiger Hansa Rostock. Herthas nächster Gegner Schalke 04 mühte sich zu einem 2:1 gegen das neue Schlusslicht MSV Duisburg. Durch den Arbeitssieg festigten die Schalker den fünften Platz und bleiben in Kontakt zur Bundesliga-Spitze.

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