Katerstimmung bei Bayern-Verfolgern
Düsseldorf (dpa) - 14.03.2008, 16:29 Uhr
Werders Diego ist nach der UEFA-Cup-Pleite enttäuscht.
Noch vor wenigen Wochen wurde die Prognose belächelt, nun könnte sie Wirklichkeit werden. Wie von Manager Uli Hoeneß weit vor Saisonbeginn angekündigt, benötigt die Konkurrenz wohl bald ein Fernglas, um den FC Bayern an der Bundesliga-Spitze im Blick zu behalten. Es scheint, als hätten sich die Verfolger schon vor dem 24. Spieltag mit dem Alleingang der Münchner abgefunden. Angesichts des Knockouts im UEFA-Cup wird in Bremen und Hamburg mehr von Schadensbegrenzung als von einer Aufholjagd gesprochen. «Wir müssen durch diese schwierige Phase durch. Unser Ziel ist Platz zwei», sagte Werder-Manager Klaus Allofs. Anders als beim FC Bayern, der das 1:2 im UEFA-Cup gegen Anderlecht aufgrund des Viertelfinaleinzugs locker verschmerzen konnte, macht sich in Bremen und Hamburg Katerstimmung breit. Groß ist die Sorge, dass sich der Abschied von der internationalen Bühne negativ auf den Bundesliga-Endspurt auswirken könnte. Alle Beteiligten halten sich deshalb mehr denn je mit Kampfansagen an die Bayern zurück. HSV-Coach Huub Stevens vermied vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund gar den Begriff Champions League: «Wir wollen einen internationalen Startplatz. Das wäre für uns schon wie ein Titel.»
Wie in Hamburg reift auch in Bremen die Erkenntnis, die Saison ohne einen erhofften Titel abzuschließen. Das 3:6 am vergangenen Spieltag gegen Stuttgart und der vergebliche Sturmlauf im UEFA-Cup-Duell mit den Glasgow Rangers sorgten für Ernüchterung. Ein Heimsieg gegen Wolfsburg soll den negativen Trend stoppen. «Das Glück läuft uns momentan nicht hinterher. Aber vielleicht gelingt es uns, das Positive von heute mitzunehmen», sagte Allofs nach dem 1:0 über die Schotten, bei dem die Bremer zwar positive Ansätze zeigten, aber nicht den erforderlichen zweiten Treffer erzielten. Nur eine Niederlage des unangefochtenen Spitzenreiters beim Tabellenletzten aus Cottbus könnte für neue Spannung im Titelkampf sorgen. Viel spricht jedoch nicht dafür, dass der Wunsch der schwächelnden Bayern-Jäger in Erfüllung geht. Schließlich gelang Energie in der Rückrunde noch kein Sieg. Allerdings sorgte Martin Demichelis für eine Störung des Münchner Vereinsfriedens. Auf die Weigerung des Innenverteidigers, erneut im defensiven Mittelfeld auszuhelfen, reagierte Trainer Ottmar Hitzfeld mit Härte: «Ein Spieler kann keine Wünsche äußern. Bis auf weiteres ist er suspendiert.» |