Dennoch hatte Rummenigge bei einem Besuch des Kartellamts vor zwei Wochen die Zentralvermarktung als «wichtiges Gut» bezeichnet. Er forderte einen «Spagat» zwischen Einzel- und Zentralvermarktung. Würde jeder Verein seine TV-Rechte einzeln vermarkten, müssten vor allem die Zweitligisten erhebliche Einbußen befürchten. Ligaverbandspräsident Reinhard Rauball und DFB-Präsident Theo Zwanziger führten am 10. März informelle Gespräche mit dem Kartellamt in Bonn. Die Gespräche, zu deren Inhalt nichts gesagt wurde, sollen fortgesetzt werden. Der Besuch erfolgte laut DFB auf Grund der Durchsuchung der Geschäftsräume von DFB und DFL am 26. Februar wegen des Verdachts der Absprache bei der Sponsorensuche. Die DFL befindet sich in einer heiklen Situation und will am 13. März Stellung zu dem TV-Thema beziehen. Der Dachverband bereitet derzeit mit KF 15 die Ausschreibung der TV-Rechte für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 vor. Die Kirch-Tochter hat dem Dachverband durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Saison garantiert. Ursprünglich wollte die DFL die sogenannte Ankündigung der Ausschreibung bereits Anfang März an Sender, Kabelnetzbetreiber und andere interessierte Unternehmen verschicken. Diesen Termin hat die DFL bereits verstreichen lassen. Vier Wochen nach der Ankündigung kann das eigentliche Vergabe-Verfahren eröffnet werden. Dann sollen die verschiedenen Spieltags- und Übertragsmodelle vorgestellt werden. Ob es dazu kommt, wird aber immer fraglicher. Neben der Zentralvermarktung prüft das Kartellamt auch den umstrittenen Plan der DFL und der Kirch-Agentur Sirius, ab 2009 allen Pay TV-Anbietern ein fertiges Bundesliga-Produkt für die Live-Übertragungen zur Verfügung zu stellen. Dieses Verfahren lehnt auch der bisherige Pay TV-Partner Premiere konsequent ab.
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