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50+1-Regel der DFL auf dem Prüfstand

Frankfurt/Main (dpa) - 04.03.2008, 14:38 Uhr

Reinhard Rauball will das Für und Wider besprechen.
Reinhard Rauball will das Für und Wider besprechen.

Ausgerechnet in der Bankenmetropole Frankfurt steht die Geldanlage Bundesliga für ausländische Investoren auf dem Prüfstand. Eine Entscheidung wird im Japan-Tower bei der Informationsveranstaltung der Deutschen Fußball Liga (DFL) aber nicht fallen.

Es soll ein Austausch von Pro und Kontra stattfinden. Die DFL selbst vertritt in der Auseinandersetzung um eine mögliche Reform der sogenannten 50+1-Regelung, wonach ein Verein über 50 Prozent der Stimmen verfügen muss, keinen Standpunkt.

Eine Änderung des entsprechenden Passus' in den DFL-Statuten sowie in den Vorschriften des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) über die Besitz- und damit auch Machtverhältnisse in den lizenzierten Kapitalgesellschaften ist erst in einer Mitgliederversammlung möglich. Vonnöten wäre dann bei DFL und DFB eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Was in England mit Großgeldgebern à la Roman Abramowitsch gang und gäbe ist, wünschen sich auch einige Manager des Oberhauses. Andere lehnen eine Neuregelung ab, darunter auch die Vereinsbosse des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München, die die Macht über den Club niemals in die Hand eines Investors legen würden.

«Ich hätte keine Angst vor Investoren mit mehr als 50 Prozent. Wettbewerbsverzerrender wäre doch vielmehr, wenn ein Investor sich bei mehreren Vereinen mit knapp unter 50 Prozent einkauft und somit flächendeckend Einfluss nehmen könnte», hatte unterdessen Bayer Leverkusens Geschäftsführer und Ex-Ligavorstand-Interimschef Wolfgang Holzhäuser zu diesem Thema einmal gesagt. Amtskollege Martin Kind von Hannover 96 ist überzeugt, dass die Vereine wettbewerbsfähiger würden. Deutschland sei einen Sonderweg gegangen, der einen Nachteil im Wettbewerb darstelle, meinte Kind, der die Diskussion über eine Reform der Regel im vergangenen Jahr angeschoben hatte.

Bei der Informationsveranstaltung in Frankfurt sollen die Aspekte, die mit dem Einstieg eins Großinvestors verbunden wären, dargestellt werden. Neben potenziellen Geldgebern sollen auch Beratungsfirmen und Rechtsanwälte zu Wort kommen. Liga-Präsident Reinhard Rauball hatte bereits vor einer Verherrlichung englischer Verhältnisse gewarnt, wo Geldgeber wie Abramowitsch für einen immensen Kapitalzufluss sorgten. «Nehmen Sie den FC Chelsea. Auf der einen Seite unterstützt von den Investorenmillionen eines Roman Abramowitsch, auf der anderen Seite Verbindlichkeiten von 360 Millionen Pfund. Da schafft man auch eine bestimmte Abhängigkeit», hatte Rauball gesagt.


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