Merk-Konzept: Vetorecht für Trainer und Referee
Frankfurt/Main (dpa) - 04.03.2008, 14:45 Uhr
Schiedsrichter Dr. Markus Merk beruhigt die Situation.
Der für den Videobeweis kämpfende Fußball-Schiedsrichter Markus Merk plädiert in einem 30-seitigen Konzept unter anderem für ein Vetorecht für Trainer und Referees, doch der ehemalige FIFA-Schiedsrichter stößt bei seinen Kollegen teilweise auf deutliche Ablehnung. Nach Merks Vorstellungen sollen je zweimal während einer Partie die beiden Coaches und der Unparteiische die Überprüfung einer strittigen Szene verlangen können. «Das wird Fußball für alle gerechter machen», sagte der 45-Jährige in einem Interview der «Rhein-Neckar-Zeitung». Kollege Torsten Kinhöfer zeigte Merks Vorstoß pro Videobeweis indes die Rote Karte. «Ich halte da ehrlich gesagt gar nichts von. Dann haben wir nur noch mehr Diskussionen als ohnehin schon», sagte der aus Herne stammende Unparteiische in einem Interview auf «sport.ARD.de». Die Frage sei doch, wo man anfangen wolle. «Dann überprüfen wir demnächst jeden Einwurf und jede Ecke. Das bringt nichts», meinte FIFA-Schiedsrichter Kinhöfer, der aber den Chip im Ball befürwortet.
Merk erklärte unterdessen, dass die Entscheidung über die jeweilige Szene ein dreiköpfiges neutrales Gremium treffen solle. «Es kann nicht der sein, der die Entscheidung unten auf dem Feld trifft, da würde man dem Schiedsrichter wieder den schwarzen Peter zuschieben», sagte Merk, der sich als erster deutscher Referee für den vom Weltverband FIFA bislang abgelehnten Videobeweis stark macht. Bis die Entscheidung durch das neutrale Trio gefallen sei, dürfe keine Minute vergehen. Das müsse «innerhalb von ein paar Sekunden» geschehen, forderte Merk. Es gehe darum, den Schiedsrichter als Mensch zu schützen, forderte Merk, dessen Vorstoß für den Videobeweis nach seiner krassen Abseits-Fehlentscheidung im Bundesligaspiel Werder Bremen gegen Borussia Dortmund (2:0), als er ein Abseitstor von Bremens Stürmer Markus Rosenberg anerkannte, erfolgte. Das menschliche Gesicht des Fußballs müsse erhalten bleiben. «Trotzdem sollten wir Spiele nicht mehr ohne Hilfsmittel verantworten müssen, weil es um große wirtschaftliche Umfänge geht», sagte Merk der Zeitung. |