Van Bommel wie Basler oder Effenberg
München (dpa) - 27.02.2008, 11:19 Uhr
Vincent Kompany (l) und Mark van Bommel kämpfen um den Ball.
Monatelang ließ es Mark van Bommel entgegen seines Naturells meist im Innern brodeln, doch in dieser Woche konnte der Aggressiv-Leader des FC Bayern München den Ausbruch der Emotionen nicht mehr stoppen. In rekordverdächtiger Zeit holte er sich beim 1:1 gegen den Hamburger SV binnen sechs Sekunden erst Gelb und dann Gelb-Rot ab - ob die Sperre wegen einer obszönen Geste so lang wie nach einer Roten Karte dauern wird, muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB) noch entscheiden. «Die Aktion kann man als doof bezeichnen. Da habe ich mich gehen lassen», gestand van Bommel kleinlaut ein, wenngleich er die Rolle des Rudelführers mag. «Es ist wie bei Basler oder Effenberg, gute Typen für deine eigene Mannschaft, aber schlechte für deine Gegner. Auch wenn ich mich nicht mit Basler oder Effenberg vergleich will.» Im Bundesliga-Topspiel beim FC Schalke 04 muss der Niederländer zuschauen, nachdem er im emotionsgeladenen DFB- Pokalderby gegen den TSV 1860 München spielberechtigt war. Wichtig ist van Bommel immer für den FC Bayern, bei dem er einen Vertrag bis Sommer 2009 hat. «Jede Mannschaft braucht solche Spieler wie Mark van Bommel oder mich, die mit der Körpersprache deutlich machen, was los ist, wie es abgehen muss auf dem Platz, die eine gewisse Aggressivität haben. Leute, die sich auch mal nicht scheuen, unpopuläre Dinge auf dem Platz zu machen», lobte Kapitän Oliver Kahn den Champions-League-Gewinner von 2006.
Auch bei Kahn gehören Ausraster zum Berufsalltag: «Hinterher steht man da und denkt, was hab' ich da wieder gemacht. Aber Fußball mit seinen Emotionen packt einen», sagte der ehemalige Nationaltorhüter und warb mit diesen Worten um Verständnis für Typen wie van Bommel. Dabei ist Familienvater van Bommel außerhalb des Spielfeldes charmant, witzig und eloquent. Fast ist es wie bei Dr. Jekyll and Mr. Hyde, denn auf dem Platz explodiert der Niederländer, wie auch in der Champions League gegen Real Madrid vor einem Jahr, als ihm die Stinkefaust schon mal Ärger bescherte. |