Bayern sucht Sieger-Gen - HSV lüftet Titelgeheimnis
München (dpa) - 25.02.2008, 17:03 Uhr
FCB-Torwart Oliver Kahn verabschiedet sich von seinem HSV-Kollegen Frank Rost (l).
Der HSV lüftete sein Titel-Geheimnis, der FC Bayern suchte sein Sieger-Gen. Zwar baute der Fußball-Rekordmeister dank der patzenden Konkurrenz den Vorsprung an der Tabellenspitze auf vier Punkte aus, doch die Souveränität auf dem Weg zur 21. Meisterschaft fehlt. «Wir brauchen noch mehr diesen Killerinstinkt, nach einem 1:1 gleich ein 2:1 zu machen, um der anderen Mannschaft den Knockout zu versetzen», appellierte Bayern-Kapitän Oliver Kahn an die Mannschaft. Einen Tag nach dem 1:1 im Spitzenspiel gegen den Hamburger SV forderte er mehr Durchschlagskraft des Titelfavoriten. «Wir müssen lernen, noch mehr aus unserer Überlegenheit zu machen.» Schon am Vorabend hatte auch Manager Uli Hoeneß beim wie im Top-Spiel vor zwei Wochen gegen Bremen sieglosen FC Bayern fehlende Konsequenz festgestellt. «Wir schaffen es derzeit nicht, den Sack zuzumachen. Mit einem Sieg hätten wir eine gewisse Vorentscheidung schaffen können. Das ist uns nicht gelungen, deshalb müssen wir weiter arbeiten», analysierte Hoeneß. Die nächste Chance steht im Schlager beim FC Schalke 04 an, den Kahn nicht mehr zu den Titelaspiranten zählt. «Bremen, Leverkusen und den HSV sehe ich als sehr gefährlich an. Schalke fällt immer weiter zurück», sagte der Torhüter vor dem immer heißen Duell, in dem der gesperrte Mark van Bommel fehlen wird. Gegen den Heißsporn leitete der DFB ein Ermittlungsverfahren ein.
Eingehandelt hatte sich der Niederländer die Gelb-Rot-Sperre gegen den schwer zu bezwingenden HSV. Die Hanseaten feierten sich nach dem Teilerfolg in München nicht nur als Retter der Spannung, sondern der zurückhaltende Trainer Huub Stevens meldete gar erstmals Titelambitionen an. «Hamburg hat die Meisterschaft wieder spannend gemacht. Ich glaube, dass der HSV die Meisterschaft nicht aufgegeben hat», lautete die Kampfansage des gefühlten Siegers - wenngleich der wirkliche Gewinner die Bundesliga war. «Hätte man heute gewonnen, hätte man alles distanziert», so Bayern-Präsident Franz Beckenbauer. Das zuweilen hitzige Duell, in dem der Hamburger Ivica Olic (59.) und der Münchner Zé Roberto (66.) für die Tore sorgten, gipfelte in der Gelb-Roten Karte für van Bommel in der Nachspielzeit. Nur sechs Sekunden benötigte der Mittelfeldspieler, um sich nach Gelb wegen Spielverzögerung mit Gelb-Rot wegen abwertenden Beifalls und einer abfälligen Geste zum «Fliegenden Holländer» zu machen. «Es war mein eigener Fehler», gestand der 29-Jährige, der nun gegen Schalke nur Zuschauer ist und seine Aktion als «doof» bezeichnete. Die Sperre könnte je nach Ausgang des DFB-Verfahrens länger als nur ein Spiel sein. |