Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen brachte kein Verständnis für den Aussetzer Diegos auf, wohl aber für seine Ausnahmesituation als stark malträtierter Spieler. «Er ist der tollste Spieler der Bundesliga und hat es extrem schwer. Er sollte besonders geschützt werden», sagte er im DSF-«Doppelpass». Für Bremens Manager Klaus Allofs dienten aber weder der Aussetzer Diegos noch die «Rekord-Pause» von nur 39 Stunden zwischen dem UEFA- Cup-Spiel in Braga (1:0) und der Frankfurt-Partie als Ausrede für die Niederlage: «Wir haben auch mit zehn Mann noch Kraft gehabt.» Abschied vom Titeltraum musste wohl der FC Schalke 04 nehmen. Der wenig meisterlich spielende Vizemeister verlor das Spitzenduell bei Bayer 04 Leverkusen (0:1). Bayer-Verteidiger Manuel Friedrich hatte mit seinem Glückstor aus 37 Metern (85. Minute) Manuel Neuer im Schalke-Tor überrascht. «Wir haben einen Lauf und da geht so ein Schuss auch mal rein», sagte Bayer-Chefcoach Michael Skibbe, dessen Team 44 Stunden zuvor im UEFA-Cup Galatasary Istanbul (5:1) aus dem Wettbewerb katapultiert hatte. Den Bremern ist die Werkself damit bis auf zwei Zähler auf die Pelle gerückt, die Schalker müssen nun um einen Champions-League- Platz fürchten. «Da gibt es nichts zu beschönigen», ärgerte sich Schalke-Trainer Mirko Slomka über die zweite Bundesliga-Niederlage in Serie und fügt vor dem Spiel gegen Bayern München an: «Der Druck ist hoch. Wir müssen gewinnen, um den Kontakt zu Rang drei nicht zu verlieren.» Wieder in Sichtweite ist die Spitzengruppe der Liga für den lange kriselnden deutschen Meister VfB Stuttgart gerückt. In einem giftigen schwäbisch-badischen Derby kassierte Aufsteiger Karlsruher SC (1:3) die erste Niederlage nach fünf Partien. «Wir haben keinen Grund, verzweifelt zu sein», meinte KSC-Coach Edmund Becker nach dem K.o. gelassen. Von einer Wende wollte Kollege Armin Veh nichts wissen: «So schnell geht das nicht.» Während die Teams um die Vormacht im «Ländle» stritten, provozierten Pseudo-Fans durch das Abfackeln von Feuerwerkskörpern beinahe einen Spielabbruch. Einen Dämpfer musste der VfL Wolfsburg mit dem torlosen Remis gegen Hertha BSC hinnehmen. Es war der erste Punktverlust nach vier Bundesligasiegen. «Wir werden deshalb kein Trübsal blasen», kommentierte VfL-Coach Felix Magath das Unentschieden entspannt. Dagegen blickte man bei Borussia Dortmund nach dem glanzlosen 1:0 gegen Hansa Rostock schnell nach vorn auf das DFB-Halbfinalspiel am Dienstag gegen Hoffenheim. «Der Mannschaft und dem ganzen Verein bietet sich eine Riesenchance, die wollen wir unbedingt nutzen», forderte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Eine ähnlich unengagierte Leistung wie in Dortmund dürfen sich die Rostocker im kommenden Kellerduell gegen Arminia Bielefeld nicht leisten. «Wenn wir so weiter spielen, haben wir wenig Freude», so Hansa-Profi Enrico Kern.» Die ist in Bielefeld längst passé. Nach der vierten Niederlage unter der Regie von Trainer Michael Frontzeck gegen den MSV Duisburg (0:2) entlud sich der Zorn der Fans gegen ihn und Manager Reinhard Saftig mit «Raus»-Rufen gegen beide. «Die Rufe tun nicht gut, aber nach diesem Spiel hat man keine Argumente», meinte Saftig, der sich dennoch vorbehaltlos zum Trainer bekannte: «Er wird in Rostock auf jeden Fall auf der Bank sitzen.»
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