Das Spitzenspiel vor ausverkauftem Haus begann ohne zwei Spitzenkönner: Bayerns Antreiber Franck Ribéry nahm nach seiner auskurierten Muskelverletzung ebenso zunächst auf der Bank Platz, wie der von einem Bänderriss im Sprunggelenk genesene HSV-Regisseur Rafael van der Vaart. «Das Risiko ist einfach zu groß», lautete unisono die Begründung der Trainer Ottmar Hitzfeld und Huub Stevens. Das kreative Defizit war auf beiden Seiten unübersehbar in einer körperlich intensiv geführten Partie. Die ersten Warnschüsse gaben die um Kombinationen bemühten Bayern durch Zé Roberto (11.) und Luca Toni (18.) ab. An der Seite des italienischen Weltmeisters stürmte wieder Miroslav Klose, der aber bis zu seiner Auswechslung kaum Gefahr ausstrahlte. Lukas Podolski musste trotz seiner zwei UEFA- Pokal-Tore beim 5:1 gegen den FC Aberdeen bis zur 74. Minute auf der Bank schmoren, erst dann durfte er Klose ersetzen. Der HSV war mit dem Ex-Münchner Paolo Guerrero als einziger Spitze auf Torsicherung aus. Ein Distanzschuss des Peruaners, den Oliver Kahn sicher parierte, eröffnete die zweite Spielhälfte, in der es hektischer wurde und die Bayern den Druck erhöhten. Klose verzog aus aussichtsreicher Position (56.), ehe der Blackout von Lucio den Spielverlauf auf den Kopf stellte: Der Innenverteidiger verlor den Ball am eigenen Strafraum leichtfertig gegen David Jarolim, dessen Zuspiel Olic aufnahm und nervenstark zu seinem 10. Saisontor nützte. Umgehend kam Ribéry - und der «Super-Joker» (Hitzfeld) war kaum auf dem Platz, schon trat er als Vorbereiter des 1:1 durch das 4. Saisontor von Zé Roberto in Erscheinung. Vorausgegangen war jedoch ein unberechtigter Einwurf für die Münchner. «Wir haben uns auf den Schiedsrichter verlassen, prompt hat es geklingelt», klagte Rost. Nach dem Ausgleich nahm das Spiel richtig Fahrt auf. Mit Ribéry für Bastian Schweinsteiger kam mehr Tempo ins Bayern-Spiel. Auf der Gegenseite brachte Stevens noch van der Vaart, der aber keine Akzente mehr setzen konnte. Mehr im Blickpunkt stand Rost, der auch in der Schlussphase gegen Toni (84.) und Ribéry (90.+1) auf dem Posten war.
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