Arminia-Fans zürnen Frontzeck und Saftig
Bielefeld (dpa) - 24.02.2008, 10:48 Uhr
Der Bielefelder Radim Kucera kniet bei Spielende enttäuscht auf dem Rasen.
Der Zorn des Fußball-Volkes auf Michael Frontzeck und Reinhard Saftig entlud sich mit voller Wucht. Der Trainer und der Manager von Arminia Bielefeld wurden von den Fans des Bundesligisten als aktuell Hauptverantwortliche für den Absturz der Profimannschaft ausgemacht. «Frontzeck raus», «Saftig raus» - mit ungewohnter Aggressivität und Häme machten die Anhänger ihrem Frust nach dem 0:2 (0:1) gegen den Abstiegs-Mitkonkurrenten MSV Duisburg lautstark Luft. Der Sicherheitsdienst musste aufgebrachte Fans davon abhalten, in das Innere der Haupttribüne vorzudringen. Frontzeck und Saftig reagierten trotz aller Schmähungen besonnen. «Die Rufe tun nicht gut, aber nach diesem Spiel hat man keine Argumente», sagte Saftig, der sich vorbehaltlos zum neuen Chefcoach bekannte. «Ein ganz klares Ja. Der Trainer wird in Rostock auf jeden Fall auf der Bank sitzen - und er wird es auch bleiben», beantwortete er Fragen nach der Zukunft des Middendorp-Nachfolgers. Eine Garantie wollte Saftig aber nicht ausstellen: «Mit dieser Wortwahl muss man immer vorsichtig sein.»
Der 43-jährige Frontzeck war über die Leistung seines Teams «erschrocken» und zeigte nach den Toren der Duisburger Silvio Schröter (8. Minute) und Manasseh Ishiaku (48.) sogar Nachsicht mit seinen Kritikern unter den 19 200 Zuschauern. «Ich habe absolutes Verständnis dafür. Dass es nach der vierten Niederlage hintereinander Unmutsäußerungen gibt, ist normal», kommentierte er die Pleite, die Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick auf die Palme brachte. Doch der 60-Jährige richtete seinen Unmut ausschließlich gegen das Team. «Ich bin stinksauer. Da bringt es nichts, etwas schönzureden. Da fällt mir nichts ein», meinte Schwick, der bedingungsloses Aufbäumen im Abstiegskampf vermisste. «Die Mannschaft hat den Fans und uns Verantwortlichen nicht das Gefühl vermittelt: Wir schaffen das», sagte er. Routinier Rüdiger Kauf nahm Frontzeck in Schutz: «Er kann nichts dafür. Er ist die ärmste Sau hier.» |