Bremer Millionen-Einkauf Alberto unter Druck
Bremen (dpa) - 09.01.2008, 14:01 Uhr
Bremens Carlos Alberto reist nicht mit ins Trainingslager in die Türkei.
Großer Ärger und keine Rendite: Millionen-Verdiener Carlos Alberto hat Werder Bremen in fünf Monaten nur 44 Bundesliga- Minuten sowie drei Kurzeinsätze im DFB-Pokal und der Champions League zurückgezahlt - und sorgt schon wieder für miese Stimmung. Denn nach dem äußerst dürftigen Arbeitszeugnis des teuersten Neuzugangs der Vereinsgeschichte, der im Sommer 2007 für geschätzte acht Millionen Euro aus Brasilien an die Weser geholt wurde, musste das krank aus der Heimat zurückgekehrte «Enfant Terrible» seine Teilnahme am Trainingslager im türkischen Belek absagen. «Wir haben wirklich eine Engelsgeduld mit ihm. Doch so langsam muss er wirklich seinen Rhythmus finden», forderte Geschäftsführer Klaus Allofs. Der von Bundesliga-Konkurrenten umworbene Manager hat mittlerweile einen ebenso dicken Hals wie jener, mit dem Alberto aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekehrt ist. Mandelentzündung, Virusinfektion und Schilddrüsen-Funktionsstörung diagnostizierten die Ärzte und verboten dem 23-Jährigen die Reise an die türkische Riviera nach Belek. So dreht Alberto seine Runden nun auf dem Bremer Trainingsgelände mit dem Gedanken, seinem Team vielleicht doch noch in die Türkei zu folgen.
Die Wahrscheinlichkeit aber ist gering. Zu oft hat der Mann mit den Rasta-Locken in seiner kurzen Bremer Laufbahn der nicht eben förderliche Ruf eingeholt, der ihm schon in der Heimat anhing. Da wurden dem Fast-Food-Fan Carlos Alberto mangelnde professionelle Einstellung vorgeworfen und die eine oder andere Entgleisung außerhalb des Spielfeldes. Die Bremer Verantwortlichen gingen das Risiko trotzdem ein und holten den Nationalspieler nach zähem Ringen mit dem Liga-Rivalen Hamburger SV im August an die Weser. Was folgte, hat die Gazetten gefüllt, allerdings nicht aus sportlicher Sicht. Schlafstörungen, Schwächeanfälle, Sondereinheiten und als Höhepunkt die Prügelei mit Boubacar Sanogo: Carlos Alberto ließ kaum ein Fettnäpfchen aus. |