Keine Finanz-Abenteuer bei Hansa
Rostock (dpa) - 14.12.2007, 10:13 Uhr
Pagelsdorf denkt über Alternativen für die Zeit nach der Winterpause nach.
Gleiche Situation, andere Strategie: Fußball-Bundesligist FC Hansa Rostock verfolgt im Kampf um den Klassenverbleib eine neue Leitlinie. Wurden im Jahr des Abstiegs 2005 noch Stars wie Jari Litmanen oder der ehemalige Nationalspieler Michael Hartmann während der Saison als «Rettungsanker» verpflichtet und dabei die finanziellen Spielräume teilweise überreizt, gilt nun das Prinzip der langfristigen wirtschaftlichen Stabilität. «Wir werden die Zukunft des Vereins nicht aufs Spiel setzen», sagte Rostocks Vorstandsvorsitzender Dirk Grabow vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum. Im Klartext heißt das: Neue Spieler sollen in der Winterpause zwar kommen, doch große Namen wird es wohl nicht geben. Wie viel Geld Rostock ausgeben kann und will, darüber wird nicht gesprochen. «Über Zahlen reden wir nicht», erklärte Grabow. Trainer Frank Pagelsdorf sagte jüngst: «Wir reden nicht über Verstärkungen sondern über Alternativen.»
Eine andere Möglichkeit als diesen Weg hat Rostock nicht: Nach der Auflage der Deutschen Fußball Liga (DFL) darf Hansa keine weiteren Schulden machen. Ansonsten drohen Geldstrafen oder sogar Punktabzug. Momentan drücken den Verein Verbindlichkeiten in Höhe von 9,8 Millionen Euro. «Finanzielle Abenteuer wird es nicht geben», betonte Rostocks Aufsichtsratschef Horst Klinkmann und fügte hinzu: «Auch wenn wir Ronaldinho verpflichten würden, gebe das keine Garantie für den Klassenverbleib.» Der Mediziner machte klar: «Cheftrainer und Manager haben die Verantwortung für den sportlichen Bereich. Der Aufsichtsrat wird sich den Maßnahmen, die den Klassenverbleib sichern sollen, anschließen.» Konkrete Vorschläge für Neuverpflichtungen liegen dem höchsten Gremium des Vereins jedoch noch nicht vor, betonte Klinkmann. |