Fußball-Bundesligist FC Hansa Rostock schippert sowohl sportlich als auch wirtschaftlich in unruhigem Fahrwasser. Nur der Klassenverbleib kann beim ostdeutschen Traditionsverein die Wogen glätten.
Die vergangenen drei Geschäftsjahre wurden mit einem Verlust von insgesamt drei Millionen Euro abgeschlossen. «Aus diesem Grund gehört es weiterhin mit zu den wichtigsten Aufgaben der Vereinsführung, neben der Absicherung der Liquidität vor allem auch die Ertragskraft des Vereins nachhaltig zu verbessern», heißt es im Finanzbericht des Vorstandsvorsitzenden Dirk Grabow.
Die Zahlen der Rostocker sind alarmierend, zumal die Region ökonomisch schwach ist. «Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen den sportlichen Wünschen und den wirtschaftlichen Möglichkeiten», sagte Grabow, der für die Finanzen des Vereins verantwortlich ist. Da ist die Erstklassigkeit Pflicht. Denn nur in der 1. Liga kann der Verein Gewinn erwirtschaften. In dieser Saison plant der Club bei einem Etat von 27,6 Millionen Euro einen Ertrag von 1,1 Millionen Euro ein.
Und das muss Hansa auch: Denn nach den Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) dürfen die Rostocker in dieser Spielzeit keine zusätzlichen Schulden machen. «Ansonsten drohen dem Verein empfindliche Geldstrafen oder sogar Punktabzug», sagte Grabow.
Um den Klassenverbleib zu sichern, will der Tabellen-15. in der Winterpause noch zwei Spieler verpflichten. Das hatte Aufsichtsratschef Horst Klinkmann vor wenigen Wochen angekündigt. Große Transfersummen werden die Rostocker wegen der angespannten Finanzlage aber nicht aufbringen können. So stiegen laut Grabow die Verbindlichkeiten im vergangenen Jahr von rund 8,4 auf 9,8 Millionen Euro.
Die Bilanz wies zum Stichtag 30. Juni 2007 eine Überschuldung von rund 1,6 Millionen aus. Das heißt, die Forderungen der Geldgeber sind höher als die Vermögenswerte des Vereins. Der Club war somit «bilanziell überschuldet». Eine Insolvenz drohe jedoch nicht, sagte Grabow. Bis 2009 will Hansa diese wirtschaftliche Schieflage beheben.
Einen wichtigen Schritt zur Konsolidierung haben die Mecklenburger bereits gemacht. So wurde eine Bürgschaft des Landes Mecklenburg- Vorpommern, die einen Kredit zu 80 Prozent absichert, in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro bis zum Jahr 2018 verlängert. Ohne diese Bürgschaft hätten die Rostocker nach dem Abstieg aus der Bundesliga im Jahr 2005 keine Lizenz für die 2. Liga bekommen. «Für die weitere finanzielle Stabilisierung des Vereins war das enorm wichtig», sagte Grabow.