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Comeback nach Kreislauf-Kollaps: Mosquera verblüfft

Bremen (dpa) - 28.11.2007, 11:42 Uhr

Die Genesung von Mosquera (l) und Klasnic beeindruckt die Sportmediziner.
Die Genesung von Mosquera (l) und Klasnic beeindruckt die Sportmediziner.

In den 80er Jahren prägte Werder Bremen den Begriff «Fußball-Wunder» durch dramatische Siege im Europapokal. In diesen Wochen gibt der Club ihm durch John Jairo Mosquera eine neue, sportmedizinische Bedeutung.

Mosquera ist nach Ivan Klasnic der zweite Werder-Spieler, der nach einem schweren gesundheitlichen Schlag ein Comeback feierte, das ihm so schnell niemand zugetraut hatte. Nur vier Monate, nachdem er als Folge eines Kreislauf-Kollapses auf der Intensivstation eines Gifhorner Krankenhauses gelegen hat, sorgt der 19-jährige Kolumbianer in Bremen mit Toren im DFB-Pokal und in der Bundesliga für Furore.

Dem Stürmer gelang beim 2:0 in Cottbus der erste Bundesliga-Treffer. Zuvor hatte er bereits im Pokalspiel gegen den MSV Duisburg (4:0) getroffen und dabei «einen wunderschönen Moment» erlebt. «Ich fühle mich wieder richtig gut zurzeit», sagte Mosquera, der das Vertrauen von Trainer Thomas Schaaf rechtfertigte. Zuvor hatten ihn die Sportmediziner von Kopf bis Fuß durchgecheckt. «Mosquera besitzt uneingeschränkte Sporttauglichkeit», betonte der Bremer Mannschaftsarzt Götz Dimanski.

Noch im Juli hatte Mosquera ein Probetraining beim Zweitligisten FC Carl-Zeiss Jena absolviert. Während dessen Trainingslager in Wesendorf brach er zusammen und blieb bewusstlos liegen. Inzwischen ist klar, dass es sich dabei nicht um einen Herzstillstand handelte, sondern um einen extrem niedrigen Blutdruck. Werders Sportchef Klaus Allofs spricht trotzdem von einer «dramatischen Situation» und einem «seltenen medizinischen Phänomen», weil bei Mosquera kein Pulsschlag mehr festzustellen war. Laut Allofs ist er aber wieder «vollkommen gesund» und hat sich in Bremen «sehr positiv entwickelt.»

Mit seinen 19 Jahren hat der Südamerikaner schon viel hinter sich. Mit 14 debütierte er in der ersten kolumbianischen Liga, mit 15 erzielte er dort sein erstes Tor. Als er 16 war, verkauften ihn die Millionarios Bogota an River Plate in Argentinien, wo er aber nur in der zweiten Mannschaft spielte. Mosquera wechselte zurück nach Cali in Kolumbien, hatte aber diesmal das Pech, an einen Verein zu gelangen, der ständig in Geldnöten steckte. Um die zu lindern, verkaufte man ihn nach Moldawien. Dort war man anhand von Videoaufnahmen auf den talentierten Stürmer aufmerksam geworden.


In der ehemaligen Sowjetrepublik plagte Mosquera ein so starkes Heimweh, dass er nach nur 18 Tagen nach Südamerika zurückflog. Dort entdeckte Werder Bremen ihn bei einem Jugendturnier, lieh ihn aber zunächst nacheinander an den dänischen Club Sönderjyske und Wacker Burghausen aus. «Mosquera hat das Zeug, um sich in Europa durchzusetzen», sagte Allofs. Er ist schnell und kopfballstark, hat in Bremen aber ein Problem: Als Nicht-EU-Ausländer darf er nicht in Werders Regionalliga-Team eingesetzt werden.

So bekommt er nur selten Spielpraxis, da die Konkurrenz bei den Profis mit Boubacar Sanogo, Markus Rosenberg und Hugo Almeida sehr groß ist. Obwohl Mosquera zuletzt drei Mal in der Bundesliga eingesetzt wurde, scheint ein erneuter Wechsel in der Winterpause nicht ausgeschlossen. «Wichtig ist, dass ich regelmäßig spiele», sagte er. Nur so könne er sein «großes Ziel» erreichen: Für Werder Bremen dauerhaft in der Bundesliga am Ball zu sein.

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