Die Hamburger Spieler jubeln nach dem Tor zum 1:0-Zwischenstand.
Nach drei Spielen ohne Sieg hat der FC Bayern München seine Luxus-Krise in der Fußball-Bundesliga beendet und die Angriffe der Konkurrenz abgewehrt.
Dank eines überragenden Franck Ribery verdarb der Rekordmeister zudem Ex-Coach Felix Magath beim 2:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. «Ich hoffe, dass nach der kleinen Krise bei uns wieder die Ruhe einkehrt, die zu Saisonbeginn herrschte», sagte Trainer Ottmar Hitzfeld. Der FC Schalke 04 und der VfB Stuttgart schleichen sich derweil an die internationalen Plätze heran, der MSV Duisburg und Energie Cottbus stecken tief im Tabellenkeller.
Dicht auf den Fersen bleiben den Bayern vor allem der SV Werder Bremen, der sich über den 2:0-Sieg bei Energie Cottbus und das Comeback von Ivan Klasnic freuen konnte, sowie der Hamburger SV. Die Hanseaten festigten durch die Tore von Rafael van der Vaart (19.) und Ivica Olic (61.) zum 2:0 (1:0)-Erfolg im Nordderby gegen Hansa Rostock ihren dritten Tabellenplatz. Zeitgleich gelang dem 1. FC Nürnberg dank der Treffer von Tomas Galasek (10.) und Angelos Charisteas (90.) ein hart umkämpfter 2:0-Sieg gegen Borussia Dortmund und ein kleiner Schritt aus der Krise. Der BVB steckt trotz des Comebacks von Sebastian Kehl nun seinerseits im Abstiegskampf.
Mit einem Treffer und einem Assist avancierte der Franzose Ribery zum Matchwinner des Spitzenreiters aus München. «Er hat sensationell gespielt und uns mit zwei Einzelaktionen geholfen, drei Punkte zu holen», lobte Hitzfeld. Torhüter Oliver Kahn warnte jedoch vor zu großer Selbstzufriedenheit: «Es bleibt eng, wir haben nur einen Punkt Vorsprung. Wir müssen aufpassen, dass wir die Herbstmeisterschaft nicht verpassen.»
Erster Bayern-Jäger bleibt Werder auch nach der Trainingsprügelei und Suspendierung von Boubacar Sanogo und Carlos Alberto. Dafür feierte Ivan Klasnic nach seiner schweren Nierenerkrankung ein Comeback in der Startelf. «Es ist wie ein Traum», sagte der 27 Jahre alte Kroate. Diego und John Jairo Mosquera erzielten die Treffer zum Sieg gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten.
Kevin Kuranyi brachte Schalke beim 3:2-Sieg bei Hannover 96 wieder in die Erfolgsspur. Mit zwei Toren war der Nationalspieler der Garant für die Königsblauen, deren Trainer eine Siegesserie von seinem Team gefordert hatte. «Wenn es so ist, dass wir eine Forderung aufstellen und die Mannschaft so reagiert, dann dürfen wir gern so weiter machen», sagte Mirko Slomka vor der Champions-League-Partie beim FC Valencia. Mit dem vierten Sieg in Serie hat auch Stuttgart wieder zu seiner meisterlichen Form gefunden. «Wir sind auf sehr gutem Weg, an die Leistungen der letzten Saison anzuknüpfen», sagte Torschütze Roberto Hilbert nach dem 4:1 bei Eintracht Frankfurt.
Auf den UEFA-Cup-Rängen haben sich Aufsteiger Karlsruher SC und Bayer Leverkusen festgesetzt. Der KSC feierte beim 2:1 gegen Hertha BSC durch die Treffer des überragenden Tamas Hajnal und Sebastian Freis den achten Saisonerfolg und belegt mit 26 Punkten Rang vier. Zwei Punkte dahinter rangiert die Elf der Rheinländer, die beim 4:1 gegen Duisburg den dritten Dreier in Serie bejubeln konnten. «Wir sind noch nicht am Ende und wollen weiter nach oben», sagte Bayer- Profi Stefan Kießling. Für die «Zebras» führt nach der vierten Niederlage in Serie derzeit kein Weg aus der Gefahrenzone. MSV- Kapitän Ivica Grlic fürchtet: «Wenn wir die individuellen Fehler nicht abstellen, können wir wieder 2. Liga machen.»
Die anhaltende Auswärtsschwäche von Arminia Bielefeld könnte auch Trainer Ernst Middendorp in die Bredouille bringen. Der Coach der Ostwestfalen musste sich nach dem 0:3 beim VfL Bochum wütende Fan- Proteste anhören. «Das ist keine wunderbare Geschichte, aber beschäftigt mich definitiv nicht», sagte Middendorp, der im Club weiterhin Rückendeckung hat. Mit 9 Punkten und 10:3 Toren aus den letzten drei Spielen hat sich der VfL Bochum zunächst der größten Sorgen entledigt. Den Grundstein zum Erfolg lieferte VfL-Stürmer Marcin Mieciel mit einem Doppelschlag zum 2:0 (12./15. Minute).