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Stuttgart zurück zur alten Stärke

Frankfurt/Main (dpa) - 25.11.2007, 09:32 Uhr

Stuttgarts Cacau (2.v.r.) freut sich mit der Mannschaft über den Treffer zum 4:1.
Stuttgarts Cacau (2.v.r.) freut sich mit der Mannschaft über den Treffer zum 4:1.

Titelverteidiger VfB Stuttgart hat in der Fußball-Bundesliga in meisterlicher Manier zurück zu alter Stärke gefunden.

«Wir sind auf sehr gutem Weg, an die Leistungen der letzten Saison anzuknüpfen», sagte Nationalspieler Roberto Hilbert nach dem beeindruckenden 4:1(1:1) bei Eintracht Frankfurt. Mit dem vierten Sieg in Serie setzten die Schwaben ihren beharrlichen Marsch aus den Niederungen der Tabelle mit großer Souveränität fort und haben bereits einen UEFA-Cup-Platz in Reichweite. «Das war sehr erfreulich. So kann es weiter gehen», freute sich VfB-Coach Armin Veh.

Lob prasselte von allen Seiten auf den VfB nieder, der mit der Rückkehr verletzter Leistungsträger an Qualität gewann. «In der zweiten Halbzeit hat der Meister gespielt und wir waren eigentlich chancenlos. Das war fast schon ein Klassenunterschied», meinte Frankfurts Vorstands-Vorsitzender Heribert Bruchhagen voller Respekt vor der «reiferen und spieltechnisch besseren Mannschaft». Auch Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel stellte nach dem fünften sieglosen Spiel in Serie resigniert fest: «Wir waren nach dem Wechsel nicht in der Lage, Spielfluss und Spielfreude der Stuttgarter einzudämmen, die im Spiel nach vorn einfach klasse sind. Wir haben sie zum falschen Zeitpunkt erwischt.»

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus legte sich im TV-Sender «Premiere» bereits nach dem 14. Spieltag fest: «Nach dem Ausscheiden aus dem Europapokal kann sich der VfB voll auf die Meisterschaft konzentrieren. Einer der Champions-League-Plätze ist für ihn drin.» Solchen Prognosen baut Hilbert vor: «Man sollte uns jetzt nicht hochjubeln. Wir haben einen Lauf und sind wieder näher dran, das ist alles. Wir hatten durch die vielen Verletzten eine schlechte Phase, in der wir großen Charakter gezeigt haben und aus der Krise rausgekommen sind. Wir sind ruhig geblieben und haben kein Theater gemacht. Das zeichnet eine gute Mannschaft und den Verein aus.»

Hilbert hatte nach Benjamin Köhlers glücklicher Eintracht-Führung (41.) Sekunden vor dem Pausenpfiff den Ausgleich in der mit 51 500 Zuschauern ausverkauften Commerzbank-Arena erzielt. Der für den verletzten Mario Gomez (Blockade eines Brustwirbels) eingewechselte Ciprian Marica (48.), Thomas Hitzlsperger (57.) und Cacau (90.+1) machten den höchsten Saisonsieg perfekt. Alle freuten sich besonders über das erste Tor des Rumänen Marica, der bis dahin als teuerster VfB-Import die Investition von acht Millionen Euro schuldig geblieben war. Veh: «Er wird bei uns noch eine gute Entwicklung nehmen.»


Hitzlsperger gab im Überschwang der Gefühle die Richtung vor: «Wir wollen bis zur Winterpause alle Spiele gewinnen.» Das sind die Spiele gegen Dortmund und Wolfburg und in Bielefeld sowie gegen die Glasgow Rangers in der Champions League. Hitzlsperger: «Das Ausscheiden tut noch weh. Wir müssen die ersten drei Punkte holen.»

Während der VfB seinem Clubnamen (Verein für Bewegungsspiele) alle Ehre machend modernen Fußball zelebrierte, treten die ohne ihre Kreativkräfte Albert Streit und Alexander Meier biederen Hessen tabellarisch auf der Stelle. «Man sah, wie wichtig sie für die Mannschaft sind», meinte Funkel. Der im Angriff allein gelassene Kapitän Ioannis Amanatidis rätselte über die Gründe der zweithöchsten Niederlage nach dem 1:5 von Nürnberg und fand keine Antwort: «Ist es mangelnde Qualität, ist es Bequemlichkeit? Ich weiß es nicht.»

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