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Hoeneß warnt vor italienischen Verhältnissen

München (dpa) - 20.11.2007, 13:38 Uhr

Uli Hoeneß schaut sich ein Spiel seiner Bayern an.
Uli Hoeneß schaut sich ein Spiel seiner Bayern an.

In der Auseinandersetzung mit den Fans schlägt Manager Uli Hoeneß vom FC Bayern München wieder versöhnliche Töne an, warnt aber gleichzeitig vor italienischen Verhältnissen in der Fußball-Bundesliga.

«Wir müssen aufpassen, diese Dinge nicht zu sehr zu bagatellisieren. Das ist eine gefährliche Entwicklung», sagte Hoeneß im Bayerischen Fernsehen mit dem Hinweis auf zwei Fan-Gruppierungen, die «mehr Macht und Einfluss haben wollen und auch mitverantwortlich für Gewalt und Randale sind.»

Beim ersten öffentlichen Auftritt eine Woche nach seiner Wutrede auf der Jahreshauptversammlung des deutschen Rekordmeisters betonte Hoeneß in der Sendung «Blickpunkt Sport» ausdrücklich, dass seine verbalen Angriffe nicht den wahren Bayern-Fans gegolten habe, sondern den Gruppierungen «Schickeria» und «Club Nr. 12», die ihre Geschäfte im Untergrund betrieben und «die komplette Kontrolle in der Südkurve an sich reißen und darüber bestimmen wollen, wer die 5000 Tickets bekommt.»

«Wenn wir uns das gefallen lassen, haben wir in wenigen Jahren italienische Verhältnisse in unseren Stadien», sagte Hoeneß, «davor möchte ich eindringlich warnen, denn einige Anhänger der Schickeria und vom Club Nr. 12 sind auch die Gruppierungen, die für Gewalt verantwortlich sind. So wie zuletzt bei den Auseinandersetzungen mit Nürnberger-Fans auf einer Autobahn-Raststätte und in Duisburg.»

Obwohl mehrfach Gespräche mit beiden Lagern geführt und verschiedene Forderungen erfüllt worden seien, hatten sich die Fans dieser Verbindungen bei der Versammlung über die schlechte Stimmung in der Allianz Arena beklagt und die teuren VIP-Logen kritisiert. «Ich war so überrascht von den Vorwürfen, dass ich ausgeflippt bin», berichtete Hoeneß, «aber wir brauchen diese VIP-Logen, um die Arena und die Mannschaft zu finanzieren. Das muss jedem klar sein.»

Der 55-Jährige stellte auch klar, dass seine Publikumsbeschimpfung nicht den 2300 offiziellen Fanclubs mit seinen über 165 000 Mitgliedern gegolten habe. «Ich liebe unsere Fans», betonte Hoeneß, dem es darum gehe, dass das Verhältnis zwischen Club und Fans in Ordnung ist und sich alle Anhänger des Vereins respektieren: «Alle müssen zur Vernunft kommen, an einem Strang ziehen und bereit sein, dem Verein zu dienen.»


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