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DFL-Präsident Rauball: Nehmen Kritik sehr ernst

Hamburg (dpa) - 10.10.2007, 16:47 Uhr

DFL-Präsident Reinhard Rauball auf der Pressekonferenz in Berlin.
DFL-Präsident Reinhard Rauball auf der Pressekonferenz in Berlin.

Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball nimmt die Kritik an der Vermarktung der Bundesligarechte über Leo Kirch und dessen Firma Sirius sehr ernst und hat eine «breite Aufklärungsarbeit» angekündigt.

«Es ist jetzt Aufgabe der Liga und von Sirius, diejenigen zu überzeugen, die Kritik geäußert haben», sagte Rauball der Deutschen Presse-Agentur dpa. Zu der einzigen Gegenstimme durch den Hamburger SV sagte der Jurist aus Dortmund: «Es ist in einem demokratischen Gremium legitim und erwartungsgemäß, wenn es nicht zu einstimmigen Beschlüssen kommt.»

Der Ligaverband hatte am Vortag die Einigung mit Kirch und Sirius bekanntgegeben. Das Abstimmungsergebnis auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Profivereine von 27 Ja-Stimmen, acht Enthaltungen und einer Gegenstimme bezeichnete Rauball als «sensationellen Erfolg für unser Konzept».

Die Befürchtungen des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), fertig produzierte Live-Übertragungen der DFL für das Pay-TV gefährdeten die Unabhängigkeit des Sportjournalismus, wies Rauball zurück. «Die redaktionelle Unabhängigkeit wird ganz hoch gehängt. Es würde uns doch gar nicht gelingen, durch Hofberichterstattung oder selektive Auswahl an Themen die Öffentlichkeit und den Fan hinters Licht zu führen.»

Der DJV-Vorsitzende Michael Konken hatte die Pflichtabnahme der produzierten Beiträge zuvor als «Knebelung der Sender» bezeichnet. «Wir werden rechtzeitig auch das Gespräch mit dem DJV suchen, um derartige Befürchtungen zu zerstreuen», sagte Rauball dazu. Die DFL will von der Saison 2009 an gemeinsam mit Sirius ein fertiges Bundesliga-Live-Programm für den Pay-TV-Bereich produzieren. Derzeit produziert Premiere seine Live-Übertragungen selbst.

Fünf Jahre nach einer der spektakulärsten Pleiten in der deutschen Wirtschaftsgeschichte sei die Vergangenheit des Medienmoguls Kirch «thematisiert und auch kontrovers diskutiert worden», sagte Rauball. «Aber als es um die endgültige Entscheidung ging, hat die Vergangenheit kaum eine Rolle gespielt. Die Konstruktion damals war eine andere als sie heute ist.» Man habe nun einen «innovativen Weg» gewählt, der aber noch nichts über Spielpläne, Sendezeiten oder Sendeplätze für die deutschen Profiligen aussage. «Da kann man noch keine Aussage treffen, da sind noch nicht einmal Tendenzen zu erkennen», erklärte Rauball. «Wenn die Pakete dann geschnürt werden, spielt das eine Rolle.»


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