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Geteilte Reaktionen auf Vergabe der Bundesligarechte

Hamburg (dpa) - 10.10.2007, 16:41 Uhr

Bernd Hoffmann war gegen die Vergabe der Medienrechte an Kirch.
Bernd Hoffmann war gegen die Vergabe der Medienrechte an Kirch.

Die Entscheidung der Deutschen Fußball Liga (DFL) zur Vermarktung der Bundesligarechte über Leo Kirch und dessen neu gegründete Firma Sirius hat bei Vereinsvertretern ein geteiltes Echo hervorgerufen.

«Man kann den Herren Rauball und Seifert nur gratulieren. Damit brechen wir alte Strukturen auf, nun ist wieder Bewegung in den Markt gekommen», sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Am Tag zuvor hatten Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball und DFL-Geschäftsführer Christian Seifert nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Profivereine in Frankfurt/Main die Einigung mit Kirch bekannt gegeben. Von 2009 an kassiert die DFL in sechs Jahren insgesamt drei Milliarden Euro. «Das ist ein Quantensprung. Ich halte Herrn Kirch für einen strategisch denkenden Unternehmer mit Visionen. Die finanzielle Sicherheit ist eine andere als damals. Wir können für sechs Jahre planen», sagte Watzke.

Deutliche Kritik kam dagegen vom Liga-Konkurrenten Hamburger SV. «Die Entscheidung mit einer solchen Tragweite wurde mit unnötigem Zeitdruck erzwungen. Und die vorgelegten Bedingungen haben mich nicht überzeugt», hatte der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann bereits am Vortag gesagt. Als einziger Vereinsvertreter stimmte Hoffmann gegen die Vergabe der Medienrechte an Kirch und Sirius. Am Mittwoch wollte sich der HSV-Chef nicht weiter zu dem umstrittenen Thema äußern - wie auch Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl- Heinz Rummenigge und Sportdirektor Martin Bader vom 1. FC Nürnberg.

Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bemängelte ebenfalls den Zeitdruck, unter dem die Entscheidung herbeigeführt worden sei. «Ich habe keine abschließende Meinung dazu, weil die Zeit für einen richtigen Überblick zu diesem komplexen Thema fehlte», sagte er am Mittwoch der dpa. Holzhäuser, der sich bei der Abstimmung enthielt, hatte für eine Vertagung des Beschlusses plädiert. Er nannte das neue Vermarktungsmodell zwar «sehr interessant», dass aber Kirch erneut zum Partner der DFL geworden sei, hinterlasse bei ihm «ein schales Gefühl».


DFL-Präsident Rauball kündigte an, die Kritik aus der Liga sehr ernst zu nehmen. Er wolle «breite Aufklärungsarbeit» leisten, sagte Rauball der dpa. «Es ist jetzt Aufgabe der Liga und von Sirius, diejenigen zu überzeugen, die Kritik geäußert haben», erklärte Rauball.

Zustimmend äußerten sich die beiden Erstligaclubs aus dem Osten. «Wir sind immer offen für neue Wege. Wenn diese der Liga gut tun und sie die Liga weiter entwickeln, begrüßen wir diese Wege sehr», sagte Rostocks Vereinschef Dirk Grabow. Cottbus-Manager Steffen Heidrich meinte: «Die Vergangenheit soll man außen vorlassen. Es geht um das Gesamtkonzept, das der DFL-Vorstand entwickelt hat. Gerade kleinere Vereine leben noch mehr von den Fernsehgeldern. Es gibt auch Sicherheit für die Liga. Vor einem Jahr wusste man nicht genau, wie es weitergeht.»

Das Mehr an Sicherheiten begrüßte auch Schalkes Geschäftsführer Peter Peters. «Wenn wir die Garantien vergleichen, stehen wir jetzt sicherer da. Es gibt eine Bankgarantie über die jährlichen 500 Millionen Euro und die TV-Sender, die Rechte erwerben, müssen weitere Sicherheiten geben», sagte Peters, der zugleich Vizepräsident des Ligaverbandes ist.

Michael Meier, Manager des Zweitligisten 1. FC Köln, erklärte: «Möglich, dass der Name Kirch den Charme dieser Lösung überlagert. Die strategische Frage war, wie beleben wir den Fernsehmarkt neu. Deshalb sind die Mehreinnahmen bei der neuen Lösung nur zweitrangig. Das haut einen nicht vom Sockel. Diese Summe bewegt sich in einer Größenordnung, die auch auf konventionellem Wege erreichbar gewesen wäre.»

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