Durch die von Kirch garantierte Summe von jährlich 500 Millionen Euro erhöhen sich die TV-Einnahmen für die Profivereine um fast 20 Prozent. Bislang kassiert die Liga pro Saison etwa 420 Millionen Euro. Sollte bei der Vermarktung ein Überschuss erzielt werden, ist die DFL daran anteilig beteiligt. Die künftigen Rechteinhaber sollen von der Kirch-Firma Sirius mit einem Bundesliga-TV, zu dem komplette Spielberichte und Interviews gehören, versorgt werden. Dies gilt jedoch nur für die Live-Berichterstattung im Bezahlfernsehen. Zur Produktion des fertigen Sendeformats wollen DFL und Sirius ein gemeinsames Unternehmen gründen. An diesem wird die Kirch-Firma mit 51 Prozent der Anteile die Mehrheit halten. «Damit wird die journalistische Unabhängigkeit gewährleistet», erklärte Seifert. Den Free-TV-Sendern soll das fertige Produkt laut Seifert nicht angeboten werden. Dem Bezahlsender Premiere soll im kommenden Bieterverfahren die Möglichkeit eines präferierten Angebotes eingeräumt werden. Premiere lehnte eine Ausstrahlung von fertig produzierten Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga bereits ab. Die eigene Produktion sei ein vom Gesamtprodukt nicht zu trennendes Element, sagte Premiere-Vorstandsmitglied Carsten Schmidt. «Wir verkaufen ein hochwertiges Produkt und wollen das auch in Zukunft tun, dazu gehört auch die eigene journalistische Leistung.» Das Geschäftsmodell von Premiere funktioniere nicht mit einem fertig produzierten Produkt. «Wir garantieren unseren Kunden journalistische Unabhängigkeit, die werden wir nicht aufgeben», betonte Schmidt. Premiere möchte die Berichterstattung im Free-TV, derzeit samstags ab 18.30 Uhr in der ARD-Sportschau», zeitlich nach hinten verschieben. «Wir werden wie beim letzten Mal mehrere Rechtepakete anbieten», sagte Seifert. Daher könne man jetzt noch keine konkreten Aussagen über Spielplan- und Verwertungsszenarien machen. Vor fünf Jahren hatte Kirch mit seinen Unternehmen, zu denen damals unter anderen Premiere und der TV-Konzern ProSiebenSat.1 gehörten, Insolvenz angemeldet und für eine der größten Pleiten in der deutschen Wirtschaftsgeschichte gesorgt. Berührungsängste aufgrund der Vergangenheit hatte es bei der DFL-Spitze aber kaum gegeben. Seit Wochen hatte die Ligaspitze Gespräche mit Kirch und dessen langjährigem Vertrauten und Geschäftspartner Dieter Hahn geführt. «Die Vergangenheit hat keine entscheidende Rolle gespielt», sagte Rauball.
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