Schalke-Fans feiern Halil Altintop
28.09.2007, 11:05 Uhr
Halil Altintop hält sich mit seiner Meinung nicht zurück.
Gelsenkirchen/Düsseldorf (dpa) - Aus Pfiffen wurden Ovationen, aus dem Buhmann wurde der Umschwärmte. «Halil Altintop wird sicher zufrieden und mit einem Lächeln einschlafen», umschrieb Trainer Mirko Slomka trefflich das Seelenleben des 24 Jahre alten Deutsch-Türken. Zuvor gewann der FC Schalke 04 2:0 in Duisburg. «Altintop, Altintop», skandierten die Fans und schlossen den Torschützen zum 1:0 wieder in ihr Herz, nachdem sie ihm zuvor gram waren wegen seiner Kritik nach dem 0:1 in der Champions League gegen den FC Valencia. Altintop hatte in der Valencia-Partie von den «Knappen»-Anhängern «ein bisschen mehr erwartet». Doch statt Aufmunterung von den Rängen gab es Schmähungen für den schwachen Altintop, dessen zum FC Bayern München gewechselter Zwillingsbruder Hamit in der Spielzeit 2006/2007 häufiger unter Pfiffen der Schalke-Fans zu leiden hatte. «Er hat das letzte Saison durchgemacht, jetzt bin ich anscheinend dran», klagte Halil Altintop. Der königsblaue Anhang nahm es übel.
Jetzt haben sie sich wieder lieb, Halil Altintop gab die Komplimente gern zurück: «Wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, dass wir tolle Fans haben, die mit anderen nicht zu vergleichen sind.» Doch eines gab der offensive Mittelfeldmann zu. Es sei «nicht einfach» gewesen, mit den Missfallensäußerungen umzugehen. Er tat es, indem er auf dem Platz fightete und sich für die Mannschaft ins Zeug legte. «Ich bin ein Gelsenkirchener Junge, ich brauche mich hier nicht zu verstecken. Für mich war es wichtig zu zeigen, dass ich alles für den Verein gebe» - so etwas ist Labsal für den Schalke-Fan und die Mitspieler. «Wir sind doch wie eine Familie, in der man über alles spricht, das zeichnet uns aus», schilderte Altintop den Rückhalt, der ihm von seinen Kollegen zuteil wurde. |
Doch Altintop ruft seit seinem Wechsel nach Gelsenkirchen noch nicht das Potenzial ab, das er in der Saison 2005/2006 mit 20 Toren für den damaligen Schalke-Rivalen 1. FC Kaiserslautern offenbarte. In seinen ersten zwölf Monaten bei den «Knappen» absolvierte er alle 34 Erstliga-Spiele, 25 davon in der Startformation. Die Treffer-Bilanz indes war mit sechs Toren ungleich bescheidener als in der Pfalz. In dieser Saison hat Halil Altintop immerhin zwei Mal getroffen. Beim 1:1 in Wolfsburg rettete er seinem Team als «Joker» vier Minuten vor Schluss einen Punkt, am Dienstag war das 1:0 in Duisburg «die Befreiung», wie Nationalspieler Kevin Kuranyi für seinen Mitspieler hofft. Und der verspricht, für den ersehnten ersten Schalke- Meistertitel nach 50 Jahren noch mehr zu tun: «Ich bin ein Team- Player.» Dass sein risikoreiches Spiel mitunter Fehler zeitigt, werden ihm die Fans angesichts der wieder aufgeflammten Zuneigung künftig wohl leichter verzeihen...
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