MSV-Stürmer Ishiaku sticht auch Ailton aus
Duisburg (dpa) - 25.09.2007, 10:47 Uhr
Duisburgs Stürmer Manasseh Ishiaku (l) feiert seinen Treffer mit einem Flickflack.
Von seinem Trainer hat Manasseh Ishiaku die Genehmigung zum spektakulären Jubel längst erhalten. «Wenn sich Ishiaku nach jedem Treffer drei Mal überschlägt, soll er das am Fließband machen. Dann steigen wir nicht ab», sagt Rudi Bommer über den Stürmer des MSV Duisburg. Ishiakus Markenzeichen: Turneinlagen mit Radwende, Flickflack und Salto. Mit seinen «Doppelpacks» gleich zu Saisonbeginn wurde der 24 Jahre alte Nigerianer Ishiaku nicht nur zum Liga-Turnkönig, sondern vor allem zum Hoffnungsträger des Aufsteigers. Selbstverständlich ist es für Ishiaku nicht, dass er seine Gefühle so ausleben darf. Denn beim FC Brügge, den er in der vorigen Saison zum belgischen Pokalsieg schoss, hatte ihm sein Trainer Cedomir Janevski diese Turneinlagen wegen Verletzungsgefahr verboten. «Das steckt einfach in mir drin, ich kann den Jubel nicht stoppen», betont Ishiaku. Flickflacks und Radwenden habe er bereits als kleiner Junge gelernt: «Als Sechsjähriger war ich sogar in einem Turnverein, trat aber schnell wieder aus, weil da fast nur Mädchen mitmachten.»
Seine Durchsetzungskraft im Strafraum bescherte ihm in Nigeria den Spitznamen «Büffel» - und beim MSV einen Vierjahresvertrag. «Wir haben ihn über mehrere Monate ausgiebig beobachtet und sind von seinen Fähigkeiten nicht mehr überrascht», erklärt Bommer. MSV-Präsident Walter Hellmich ließ die Duisburger Rekord-Ablösesumme von einer Million Euro an Brügge überweisen. Ishiaku, der Nigeria mit 18 Jahren verließ und nach Belgien zog, bleibt bescheiden: «Es ist schön, wenn ich den Fans mit tollen Toren Freude bereiten kann. Bis zum Klassenverbleib ist es aber noch ein weiter Weg.» Dabei gelang es Ishiaku gar, seinem Teamkollegen, dem mutmaßlichen Starstürmer Ailton, die Schau zu stehlen. Der brasilianische Bundesliga-Torschützenkönig der Saison 2003/04 steht im Schatten Ishiakus. Wegen konditioneller Defizite und einer Bauchmuskelzerrung ist Ailton derzeit kein Kandidat für die Duisburger Startelf. Im Gegensatz zu Ishiaku, dessen größter Fan der eigene Vater ist. «Meine Eltern waren sehr streng und wollten, dass ich Arzt werde. Aber auch diesen Kampf habe ich gewonnen», erzählt der mit einer Belgierin verheiratete Familienvater, der auch einen belgischen Pass hat. Jetzt will er Nigerias Nationaltrainer Berti Vogts überzeugen. Doch nachdem Ishiaku vor einem Monat eine Einladung erhielt, die Chance auf das Länderspiel-Debüt aber wegen Müdigkeit nicht wahrnahm, ruht der Kontakt zu Vogts. Ishiaku liegt inzwischen eine Anfrage des belgischen Verbandes vor. «Eine schwierige Entscheidung», meint der «turnende Büffel», der zunächst seine Rolle als MSV-Hoffnungsträger erfüllen will. Denn die Lizenz zum Flickflack hat er ja schon.
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