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Beiersdorfer-Kritik wegen Atouba-Verfahren

Hamburg (dpa) - 18.09.2007, 15:28 Uhr

Thimothee Atouba (r) und Albert Streit müssen sich beim DFB äußern.
Thimothee Atouba (r) und Albert Streit müssen sich beim DFB äußern.

Um das Ermittlungsverfahren gegen Thimothee Atouba vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV ist ein Streit zwischen dem HSV und dem Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entbrannt.

HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer hatte die Ermittlungen mit einer möglicherweise nachträglichen Sperre als Folge für den Kameruner Nationalspieler in Hamburger Medien als «willkürlich» bezeichnet. Der Kontrollausschuss-Vorsitzende Horst Hilpert wies diese Vorwürfe zurück.

«Ich werte die Äußerungen von Herrn Beiersdorfer als effekthascherischen Beitrag, um in dem anhängigen Verfahren gegen Atouba öffentlich Stimmung zu Gunsten des HSV-Spielers und gegen die DFB-Rechtssprechorgane zu machen» betonte Hilpert. Der DFB hatte nach Einsicht der Fernsehbilder die Profis Atouba und Albert Streit von Eintracht Frankfurt für den 20. September zu einer mündlichen Verhandlung nach Frankfurt/Main zitiert.

Atouba hatte im HSV-Spiel in Frankfurt (1:2) Gegenspieler Streit den Ellenbogen ins Gesicht gestoßen, nachdem der Frankfurter ihm in den Unterleib gegriffen hatte. Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) erklärte, die unsportlichen Attacken der Spieler nicht gesehen zu haben. Beiersdorfer sagte, er habe das Gefühl, dass «Vereine, die in den letzten Jahren erfolgreich waren», beim Kontrollausschuss besser wegkämen. Er bezog sich unter anderem auf den Fall des Brasilianers Naldo (Werder Bremen), gegen den nach einem Tritt gegen Dortmunds Jakub Blaszczykowski nicht vom Kontrollausschuss ermittelt wird.

«Offenkundig versteht der HSV-Sportdirektor die Prinzipien der gängigen, bewährten DFB-Rechtsprechung nicht», erklärte Hilpert weiter. Sein Gremium treffe keine willkürlichen Entscheidungen, es gäbe vielmehr klare Kriterien. «Die Kritik von Herrn Beiersdorfer ist nicht nur ungerechtfertigt, sondern auch im höchsten Maße unsachlich», ereiferte sich Hilpert.


«Wo schaut der Gräfe denn bitte hin? Der steht doch fünf Meter davor», war Beiersdorfer in der «Bild-Zeitung» in dem Zusammenhang zitiert worden. Straffrei würden beide Spieler ausgehen, wenn Gräfe die strittige Szene beobachtet, aber nicht geahndet hätte. In diesem Fall läge eine Tatsachenentscheidung des Unparteiischen vor, die im Nachhinein nicht anfechtbar ist.

Für Beiersdorfer ist die nachträgliche Anklage auf Grundlage von Fernseh-Bildern und -Beweisen fragwürdig. «Ich kann ohnehin nicht verstehen, dass immer wieder im TV nachgeschaut wird», wurde er im «Hamburger Abendblatt» zitiert. Und: «Wenn etwas passiert ist, muss natürlich gerichtet werden, und Timmy war in letzter Zeit auffällig. Aber vielleicht müsste das ganze Rechtssystem einer Reform unterzogen werden.»

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