Neue Vorwürfe gegen Alberto in Geldwäsche-Affäre
Rio de Janeiro (dpa) - 14.09.2007, 18:29 Uhr
Carlos Alberto scheint Schwierigkeiten in Brasilien zu haben.
Neuzugang Carlos Alberto von Fußball-Bundesligist Werder Bremen gerät in einer Affäre um Geldwäsche und illegale Zahlungen in seiner Heimat Brasilien zunehmend in Bedrängnis. Brasilianische Medien veröffentlichten belastende Abhöraufnahmen der Polizei. Darin droht eine Ex-Freundin dem Fußballer mit Konsequenzen. «Erinnerst Du Dich an den Beleg für die Hälfte Deines Gehalts, die Du in der Schweiz kassiert hast? Ich habe diesen Beleg. Das ist Steuerhinterziehung. Du wirst verhaftet, das bedeutet Gefängnis», sagt die Frau zu dem Mittelfeldspieler im Gespräch, das unter anderem von der Zeitung «O Globo» und dem Rundfunksender CBN enthüllt wurde. Carlos Alberto soll nach den Ermittlungen der brasilianischen Bundespolizei als Profi des SC Corinthians São Paulo in den Jahren 2005 und 2006 Teile seines Gehalts «schwarz» auf Konten im Ausland bekommen haben. Das gab unter anderem der jüngst zwangsbeurlaubte Corinthians-Präsident Alberto Dualib in einer Anhörung zu. Carlos Alberto bestreitet die Vorwürfe. Neben dem Brasilianer gehören unter anderem auch die argentinischen Nationalspieler Carlos Tévez und Javier Mascherano, sowie die brasilianischen Nationalspieler Nilmar, Gustavo Nery und Ricardinho zu den Verdächtigen in dem Skandal.
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«Ich habe keine Angst, ich bin mir sicher, dass ich nichts Illegales gemacht habe», ließ Carlos Alberto mitteilen. Allerdings veröffentlichte «O Globo» auch Aufnahmen eines Telefongesprächs des Wahl-Bremers mit seinem Anwalt, bei dem auch die Drohungen der Ex-Freundin erörtert werden. Dabei spricht der Anwalt sogar von zwei Konten im Ausland. «Sie wusste davon? Welches Konto kennt sie? Von einem Konto kann sie womöglich wissen, vom anderen aber nicht», sagt der Mann. Die Justiz in Brasilien ermittelt seit Monaten wegen Geldwäsche und Bandenbildung gegen brasilianische Funktionäre und die internationale Investmentgruppe MSI. Die MSI war 2004 bei Corinthians eingestiegen und erwarb neben Tevez, Mascherano und Carlos Alberto zahlreiche andere bekannte Spieler. Laut Staatsanwaltschaft gibt es genügend Beweise dafür, dass die Partnerschaft zwischen Corinthians und MSI zur Geldwäsche missbraucht worden sei. Der Fall soll auch von einer Untersuchungskommission im Parlament erörtert werden.
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