Bundesliga bald «ostfreie Zone»?
Rostock (dpa) - 04.09.2007, 12:25 Uhr
Rostocks Enrico Kern kniet nach der Niederlage gegen Dortmund auf dem Rasen.
Die Fußball-Bundesliga könnte schon bald wieder zur «ostfreien Zone» werden. In Energie Cottbus und Hansa Rostock stehen die beiden einzigen «echten» Vereine aus den neuen Bundesländern - Hertha BSC war als West-Berliner Club schon Gründungsmitglied der Liga - am Tabellenende. Schon in der Spielzeit 2005/06 durfte kein ehemaliger DDR-Club in der Beletage des deutschen Fußballs mitmischen. Dynamo Dresden (Regionalliga) und der VfB Leipzig (jetzt als Lok in der Landesliga) dümpeln als die beiden weiteren Ost-Vereine, die nach der Wende schon in der Bundesliga spielten, inzwischen in den Fußball-Niederungen herum. Die Gründe für die erneut drohende Abstinenz aber sind verschieden: Während Cottbus (2 Punkte) vor allem am Abgang der Tor- Maschinerie Vlad Munteanu und Sergiu Radu (beide VfL Wolsburg) leidet, fehlen dem Aufsteiger Rostock (0 Punkte) schlicht die Reife und das Geld für die 1. Liga. «Wir müssen von den Abstiegsrängen wieder runter, das ist die wichtigste Aufgabe», erklärt Energie-Manager Steffen Heidrich.
Noch allerdings vermeiden alle Verantwortlichen der beiden Clubs jede Panik. «Die Qualität unseres Kaders ist besser als in der Vorsaison», betonte Heidrich. In Rostock bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Dirk Grabow: «Es gibt keine Trainerdiskussion.» Einen neuen Chefcoach könnten sich die Hanseaten auch kaum leisten, da die Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) drücken: Rostock darf in dieser Saison nicht einen Euro Schulden machen. Das neue Cottbuser Team, gleich mit zehn Neuzugängen verändert, zeigte in der Tat bisher ordentlichen Fußball. Allerdings blieben die letzte Konsequenz und die alten Cottbuser Kampf-Tugenden auf der Strecke. «Natürlich zählen die Punkte», erklärte Heidrich. Aber erst wenn in den nächsten Spielen der Erfolg ausbleibe, «müsse alles hinterfragt werden». Spätestens dann wird der gegenwärtige Burgfrieden zwischen Präsident Ulrich Lepsch und Trainer Petrik Sander auf den Prüfstand gestellt. |